forttõnen,  wo  Bramante,  Buonarotti  und  Raphael  ibre
ewigen  Werke  schufen,  wo  man  keinen  Schritt  thun  kann,
ohne  eine  Stimme  der  Vorzeit  zu  vernebmen,  oder  auf
das  Werk  eines  gewaltigen  Geistes  zu  stoßen,  auf  diesem
elassischen  Boden  allein  schlingen  Leben  und  Kunst  ihre
Kränze  noch  freundlich  in  einander.

Die  Franzosen  konnten  den  Italienern  einige  Bildwerke
  entführen,  aber  nicht  ibren  Himmel  und  ihre  Erde,
nicht  die  großen  Erinnerungen,  nicht  die  Ueberreste  so
vieler  Herrlichkeit.  Hier  haben  sich  die  Denkmäler  der
Zahrbunoerte  mit  dem  Volke  und  in  dem  Volke  forterbalten.
  Was  beützen  z.  B.  wir  Deutsche  von  unsern
Vätern,  als  einige  Dome  und  Kirchen  des  Mittelalters
und  Archive  mit  Papieren  angefüllt?  wissen  wir  doch  nicht
den  Ort  genau,  wo  Armin  den  Varus  und  seine  Legionen
vertilgte,  und  die  römischen  Centurionen  an  den  germanischen
  Opferaltären  bluteten.  Was  die  Römer  bei  uns
gründeten,  steht  noch  unverwüstbar  in  seinen  Ruinen,
aber  wer  kann  noch  die  Sitze  unserer  Könige  zeigen,
die  gegen  Cäsar,  Drusus  und  die  spätern  Imperatoren
kämpften?  #

Man  verzeibe  mir  diese  Abschweifung,  die  denn  doch
eigentlich  zu  meinem  Gegenstande  gebhört.  Weinbrenner
wäre,  ohne  Rom,  nie  ganz  vertraut  geworden  mit  dem
Genius  der  Kunst;  er  hätte,  wie  jetzt  noch  manche  Andere,
  die  Produktion  der  Architektur  als  bloße  matbematische
  Combinationen  angesehen,  und  nicht  den  Geist  begriffen,
  der  im  Gefüge  des  kalten  Gesteins,  in  der  Karren
  Gllederung  sich  so  lebendig  offenbart.  Er  begnügte
sich  auch  bald  nicht  mehr  mit  dem  Nachzeichnen  des  Vor-