bandenen,  sondern  versuchte  eigene  Entwürfe  und  Re-Fauration
  zerstörter  antiker  Bauwerke.  Seine  Erfindungskraft
  war  meist  schon  aufgeweckt,  und  jene  Reßtaurationen
  übten  und  schärften  seine  tiefe  Combinationsgabe.

Die  Sonntage  wurden  gewöhnlich  zu  kleinen  Wanderungen
  nach  Fraskati,  Tivolt  und  anderen  Umgegenden
Roms  angewendet,  oder  zum  Besuch  der  zauberischen
Villen  Mediel,  Borgbese,  Pamphili,  Ludovift  u.  s.  w.,
oder  einer  der  vielen  Gallerien  und  Sammlungen,  an
denen  die  Römerstadt  so  reich  ift.  Weinbrenner  machte
auch  Versuche  im  Zeichnen  nach  der  Natur,  und  er  hat
eine  ziemliche  Anzabl  von  Veduten,  die  wenigstens  ein
Talent  beurkunden,  aus  Italien  mit  nach  Hause  gebracht.


Da  Weinbrenner  seinen  Vater  früb  verloren  hatte,
und  die  Mutter  sich  wirtbschaftlich  beschrankte,  so  benutzte
  er  Gelegenbeiten,  die  sich  ihm  in  Rom  bäufig  darboten,
  durch  Unterricht  etwas  zu  erwerben.  Der  Prinz
August  aus  England,  der  Graf  von  Münfter,  einige  andere
  Engländer  und  Deutsche  nahmen  bei  tbm  architektonische
  Lehrstunden,  und  es  kann  zum  Beweis  der  Achtung
  dienen,  welche  seine  Schüler  von  seinen  Kenntnissen
und  seinem  Cbarakter  faßten,  daß  der  gedachte  Prinz  ihm
in  der  Folge  einen  glänzenden  Ruf  nach  Hannover  verschaffte,
  von  dem  später  wieder  die  Rede  seyn  wird.

Es  bing  damals  eine  trübe  Zeit  über  Italien.  Der
Geist  der  Unzufriedenheit  verbreitete  sich  auch  jenseits  der
Alpen,  und  der  römische  Staat  kränkelte  außerdem  an
innern  nebeln.  Die  damaligen  Lenker  der  franzoͤsischen
Revolution  waren  bemüht,  die  Völker  allentbalben  auf-