zuregen,  nicht  um  ibnen  die  nachher  so  tbeuer  bezablte
und  gar  wenig  erspriesliche  Freibeit  zu  geben,  sondern
ibr  eigenes  verkehrtes  Werk  zu  sichern.  Es  war  eine
furchtbare  politische  Diversion,  die  von  den  Häuptern  des
Nationalconvents  ausging.  Schon  hatte  Montesquion
Savoyen  erobert,  und  General  Anselme  war  in  Nizza
eingedrungen.  Das  Volk  in  Rom,  obnehin  den  Franzosen
  abhold,  erhob  sich  jetzt  in  einem  schrecklichen  Aufßande
  (am  13.  Jan.  1793);  der  französische  Gesandtschaftssekretär
  Basseville  ward  ermordet,  und  die  tobende
Menge  schien  mit  diesem  Opfer  noch  nicht  befriedigt.
In  der  Nacht,  beim  schauerlichen  Fackelschein,  wälzten
sich  die  lärmenden  Haufen  durch  die  Straße,  wo  Weinbrenner
  seine  Wohnung  hatte.  Da  der  Italiener  unter
den  Oltramontanern  wenig  Unterschied  macht,  und  den
Spanier,  Deutschen,  Engländer,  Franzosen  u.  s.  w.  blos
als  Forestieri  bezeichnet,  so  liefen  auch  die  fremden
Künfstler  bei  diesem  Tumulte  Gefahr.  Feodor,  der  damals
  mit  Weinbrenner  zusammen  wohnte,  und  in  den
mannichfach  bewegten  und  beleuchteten  Massen  nur  den
malerischen  Effekt  sab,  batte  sich  unter  sie  gemischt.  Er
klopfte  an  der  verschlossenen  Thüre  seines  Freundes,  als
der  wilde  Zug  bereits  das  Haus  erreicht  batte,  und  Weinbrenner
  öffnete  ihm  den  Eingang.  Zum  Glück  war  der
Hauseigenthümer  gegenwärtig,  der  seinen  Landsleuten
zurief:  es  seyen  nur  Deutsche  im  Hause.  Dadurch  wurde
die  schreckliche  Gefahr  abgewendet.

Auf  Kunst  und  Künstler  wirkten  diese  und  die  folgenden
  Ereignisse  nachtheillig.  Viele  Fremde  verlleßen
Rom,  und  doch  waren  es  noch  diese  allein,  die  Kunft-