Absicht  vorgestellt  wurden,  wuͤblte  er  Moller,  der  gegenwärtig
  Oberbaudtrektor  in  Darmstadt  ist,  und  sich
sowohl  durch  sein  Theater,  sein  Museum  und  andere
Werke,  als  durch  seine  Schriften,  seines  Lehrers  und  Mei-Kers
  vollkommen  würdig  bewiesen  hat.

Weinbrenner  kehrte  jetzt  nach  Straßburg  zurück.  Obne
Sweifel  wäre  er  seinem  Vaterlande  auf  immer  entrissen
worden,  und  hätte  den  Ruf  nach  Hannover  angenommen,
wäre  nicht  die  Frau  Reichsgräffn  von  Hochberg,  zweite
Gemahlin  Karl  Friedrichs,  ins  Mittel  getreten.  Karl
Friedrich  liebte  Kunst  und  Wissenschaft,  allein  die  Lage
des  Landes  überwog  bei  ihm  jede  andere  Rücksicht.  Da
indeß  Weinbrenner  in  seinen  Ansprüchen  böchst  bescheiden
war  und  sich  mit  weniger  als  dem  vierten  Tbeile  dessen
begnügte,  was  man  ihm  in  Hannover  angeboten  hatte,
auch  außerdem  eine  Schule  zur  Bildung  junger  Architelten
  als  sehr  nützlich  und  nothwendig  erscheinen  mußte,
so  willigte  der  Fürst  endlich  in  seine  abermalige  Anßellung,
  und  schenkte  ihm  auch  bald  sein  Vertrauen.

Weinbrenner  fand  damals  unter  seinen  Landsleuten
den  Sinn  für  Künste  nur  wenig  angeregt.  Zwar  hatte
die  treffliche  Markgräfin  Caroline  (Mutter  unsers  jetzigen
Großherzogs),  deren  gebildeter  Geist  alles  Gute,  Schöne
und  Nützliche  mit  Liebe  und  Ernst  umfaßte,  neben  andern
  wissenschaftlichen  Sammlungen  guch  ein  Kabinet
erlesener  Gemälde  und  Kupferstiche  angelegt,  welche  nach
und  nach  vermehrt  wurden;  ausgezeichnete  Gelebrte  und
Künstler  fanden  am  Hofe  die  freundlichste  Aufnabme;
allein  es  ist  Dreterlei  erforderlich,  wenn  der  Geschmack
am  Schönen  s#ch  unter  die  verschiedenen  Klassen  der  bür-