gerlichen  Gesellschaft  verbreiten  soll  —  bedeutender  Woblstand,
  Oefentlichkeit  der  Kunstwerke  und  wackre  M.nner,
  welche  die  Kunst  ausüben.  Die  Architektur  hat  allerdings
  in  einer  Hinsicht  den  Vortbeil  vor  der  Malerei
und  Kupferstecherkunst,  ja  selbst  vor  der  Plastik,  daß  ihre
Produkte  vor  aller  Augen  daßeben,  aber  auf  der  andern
Seite  ist  es  auch  unter  allen  Künsten  diejenige,  welche
den  größten  Aufwand  erfordert,  und  dem  Künstler  am
wenigsten  freie  Hand  läßt.  Es  muß  als  eines  der  gräßten
  Verdienste  Weinbrenners  anerkannt  werden,  daß  er
nach  allen  Seiten  bin  tbätig  war,  Luß  und  Liebe  —
nicht  blos  einseitig  für  Baukunkt,  sondern  für  bildende
Künste  überhaupt  zu  erwecken  und  zu  befördern.

Er  stand  nun  (von  1800  an)  in  einem  vielfachen
Wirkungskreise.  Die  Arbeiten  des  Bauamtes  und  die
damit  verbundenen  Reisen,  die  Aufführung  neuer  Gebdude
  und  die  Erweiterung  seiner  Schule  forderten  eine
mehr  als  gewöhnliche  Thätigkeit.  Zwei  Schüler  (Huber
und  Stählin  aus  Basel)  batte  er  bereits  von  Straßburg
mit  bierber  gebracht,  Moller  kam  aus  Hannover,  und
bald  gesellten  sich  mebrere  aus  Karlsrube  und  andern  Gegenden
  dazu.

Wie  er  eigenthümlich  war  in  allem,  und  überall  nur
der  eigenen  Kraft  vertraute,  so  schuf  er  sich  auch  seinen.
besondern  Lehrplan  und  seine  eigne  Metbode.  Noch  bevor
  man  bei  uns  von  dem  polhytechnischen  Institut  in
Paris  eine  nähere  Kenntniß  batte,  fübrte  ihn  sein  eigener
Geist  auf  dieselbe  Unterrichtsart,  bei  welcher  die  Theorie
mit  der  Praxis  Schritt  für  Schritt  fortwandelt,  und
an  jedem  Theorem  zugleich  seine  Anwendung  gezeigt