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wird.  Dabei  mußten  die  ältern  Schüler  den  iüngern
fortbelfen.

Obne  8weifel  ist  es  in  jeder  Kunstschule,  besonders
aber  in  einer  architektonischen,  von  der!größten  Wichtigkeit,
  daß  der  Meister  die  Kenntnisse  des  Technischen  und
Artißischen  in  sich  vereine.  Zwar  fübrt  er  sein  Werk
nicht  selbst  aus,  aber  wie  will  er  große,  kübne  Conceptionen
  entwerfen,  wenn  er  nicht  die  Holz=  und  Steinconstruction
  vollkommen  inne  hat?  Wie  oft  kommt  es
bei  einem  Gebäude  weniger  auf  seine  Form,  als  auf
seine  Zweckmäßigkeit!  Festigkeit  und  Dauer  an?  Wie
vft  muß  er  Fragen  lösen,  Gutachten  ertheilen  u.  f.  w.,
welche  die  gründlichste  Einscht  in  die  Technik  voraussetzene


Indessen  lagen  die  Vorzüge  der  Weinbrenner'schen
Schule  nicht  blos  in  ibrer  durchaus  ptaktischen  Tendenz,
sondern  auch  zum  Tbeil  in  der  Persönlichkelt  des  Lebrers.
  Wenn,  auf  der  einen  Seite,  sein  genialer  Geiß
die  Erfindungskraft  der  Schüler  allseitig  anregen  mußte,
so  gewannen  ihm  auf  der  andern  Seite,  sein  Wohlwollen,
  seine  Gelassenheit,  sein  unermüdlicher  Eifer,  seine
reine  Freude  an  der  Entwickelung  jedes  Talentes  allgemeine
  Liebe  und  eine  seltene  Anhänglichkeit.

Eein  streng  geordneter,  wissenschaftlicher  Vortrag  bat
da  seinen  Werth,  wo  es  (wie  auf  Universitäten)  blos
darauf  ankommt,  ein  Geschmacksurtheil  zu  bilden,  und
richtige  Ansschten  vom  Wesen  der  Kunst  zu  verbreiten.
Die  Erziehung  des  Künstlers  fordert  jedoch  einen  ganz
andern  Gang.  Sie  beschränkt  sich  keineswegs  auf  Begriffe)
  auf  das  Wissen,  sondern  nimmt  zugleich  auch