die  Arbeiten  in  seinem  Bauamte.  Der  Geschäftskreis  desselben
  hatte  sich  nach  gerade  immer  mehr  und  mehr  erweitert;
  Kreisbaumeißer  und  Bezirksbaumeister,  deren
es  früber  keine  gab,  wurden  aus  seiner  Schule  aufgestellt.
Der  Bau  von  Kirchen,  Ratbbäusern,  Pfarrwohnungen,
Schulbäusern,  Brücken  zc.  blieb  nicht  mehr,  wie  es
früber  oft  geschehen,  dem  Zufall  überlassen;  alle  Risse
und  Plaue  mußten  dem  Bauamt  zur  Genehmigung  vorgelegt
  werden.  Auch  über  die  Aufführung  von  Privatwohnungen,
  über  neue  Anlagen,  über  alles,  was  mebr
oder  weniger  in  den  Bereich  der  Architektur  fällt,  mußte
es  sein  Gutachten  oder  seine  Genebmigung  ertbeilen.
Das  Polizetliche  und  das  Artistische  wurde  gleich  berücksichtigt.
  Häufig  verlangten  die  Minifterten  Berichte  über
Gegenstände,  die  zum  Ressort  des  Bauamtes  gebörten.
Solche  Arbeiten  waren  nicht  immer  angenehm.  Es  gab
dazwischen  Berichte  und  Gegenberichte  von  Landstellen;
es  gab  verschiedene  Ansichten  aus  verschiedenen  Geichtspunkten.
  Weinbrenner,  mit  seiner  Einfachbeit,  seinem
reinen  Diensteifer,  seiner  unerschütterlichen  Rechtlichkeit,
sab  nur  immer  die  Sache  selbst,  wie  sie  ssch  seinem  unbefangenen
  Auge  darstellte.  Bisweilen  mochte  er  auch  wohl
Kagen  und  Verbältnisse  zu  wenig  würdigen  —  er  kam  oft
von  seinem  Büreau  verstimmt  und  mißmutbig;  dann  aber
fand  er  schnell  wieder  Ruhe  und  Heiterkeit  im  Kreise  seiner
  Schäler  und  seiner  Familie.

Wie  bäufig  aber  auch  die  Arbeiten  des  Bauamts  waren,
  und  wie  sehr  es  ihm  Bedäürfniß  war,  alles  selbst  zu
tbun,  so  begnägte  er  sich  doch  nicht  mit  dem,  was  ihm
seine  Dienstpflicht  vorschrieb.  Oft  machte  er  ausführliche