ten  Tagen  seines  Lebens,  als  seine  Kräfte  schon  sebr  abgenommen
  hatten,  diktirte  er  noch  Berichte  und  erledigte,
was  keinen  Aufschuf  gestattete.

Als  ausübender  Künstler  fand  er  jetzt  gleichfalle
Gelegenbeit,  sein  Genie  und  sein  Talent  geltend  zu
machen.

Wenn  Dichter  und  geichner,  unabbängig  von  äußern
Verhältnissen,  den  Moment  der  Begeisterung  ergreifen
und  festbalten  können,  wenn  die  Wirksamkeit  ihrer  Produktionskraft
  nicht  gebunden  ist  an  einen  fremden  Willen,
  so  muß  der  Architekt  sich  begnügen,  seine  ISdeen
auf'é  Papier  zu  wersen,  bis  der  günfige  Augenblick  eintritt,
  wo  er  sie  in  die  Wirklichkeit  treten  lassen  darf.
Aber  auch  dann  mag  er  selten  mit  voller  Freibeit  schalten.
  Er  hängt  von  der  Kasse,  von  den  Ansichten,  manchmal
  von  den  Launen  des  Bauherrn  ab,  von  einem  gegebenen
  Terrain,  von  der  Bestimmung  des  Gebaͤudes.  In
der  letzten  Hinsicht  ist  die  Archirektur  auch  nicht  als  eine
freie  Kunst  zu  betrachten,  wie  die  übrigen  Künste;  diese
geborchen  blos  dem  Gesetze  der  Schönheit,  jene  muß  sich
dabei  nach  der  Zweckmäßigkeit  fügen.  Mit  Ausnabme
der  Monumente  und  weniger  andern  dient  jegliches  Gebäude
  einem  Bedürfnisse,  wodurch  zum  mindesten  die
innere  Einrichtung  desselben  bedingt  wird.  Selbst  der
christliche  Tempel,  in  dessen  Bestimmung  die  herrlichste
Kunstidee  liegt,  beischt  wegen  des  Ritus,  zumal  des  Katbolischen,
  Einrichtungen,  welche  sich  nicht  immer  mit
der  reinen  Form  verbinden  lassen.  Dazu  kommt  noch
ein  anderer  schlimmer  Umstand.  Der  Maler,  der  Dichter,
  der  Tonsetzer  2c.  bringen  ibre  Werke  erst  vor  das