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zu  entwerfen,  welche  die  Stadt  erbauen  wollte.  Die
Oertlichkeit  war  nicht  sehr  günftig,  aber  der  Künfler,
geübt  in  Beseitigung  solcher  Hindernisse,  kam  bald  mit
einem  trefflichen  Entwurf  ins  Reine,  den  man  jedoch
(wenigstens  für  den  Augenblick)  bet  Seite  legte,  vermutblich
  weil  es  auffiel,  daß  man  nicht  einen  heimischen
Meister  gerufen  hatte,  während  das  Land  doch  der  Meister
  so  viele  zählte.  Weinbrenner  sab  auf  dieser  Reise,
auf  welcher  ihn  wieder  seine  Töchter  und  sein  (jetzt  in
Nom  lebender)  Schüler  Berkmüller  begleiteten,  zum  erstenmal
  die  herrlichen  Rbeingegenden,  deren  Bild  sich
seiner  Seele  unauslöschlich  einprägte.  Er  unternabm
von  Düsseldorf  aus  eine  weitere  Reise  nach  Holland  und
Brabant  bis  Antwerpen.  Von  Holland  sprach  er  immer
mit  einer  Art  von  Begeisterung.  Der  Anblick  eines
Landes,  das  dem  Meere  abgewonnen  worden,  und  fortwäbrend
  gegen  den  alten  Besitzer  vertbeidigt  werden
muß;  die  Rührigkeit,  Reinlichkeit  und  Unverdrossenbeit
eines  Volkes,  welches  alles  seiner  eigenen  Kraft  verdankt,
selbst  den  Boden,  auf  dem  seine  Wohnungen  fteben,  und
seine  Heerden  weiden;  die  vielen,  in  Holland  und  Brabant
  zerstreuten  herrlichen  Bildwerke,  die  kunstreichen
Wasserbaue  und  manche  andere  treffliche  Werke  der  Architektur
  —  alles  dies  batte  auf  selnen  damals  noch  fo
lebhaften  und  regsamen  Geist  einen  tiefen,  bleibenden  Eindruck
  gemacht.  Auch  kam  er  beiter,  geßtärkt,  lebensfrob
in  seine  Vaterstadt  zurück.

Mitten  unter  vielfachen,  oft  niederdrückenden  Beschäftigungen
  hatte  er  noch  Zeit  für  schriftstellerische  Arbeiten
  zu  ersparen  gewußt.