278

Sein  erfter  Versuch  in  diesem  Gebiete  war  ein  Aufsatz
  im  Hannöver'schen  Magazin  (Jahrgang  1803)  über
das  bei  Ettlingen  ausgegrabene  Römerbad,  welches  dünkelvolle
  Unwissenschaft  zu  einer  Villa  gemacht,  und  mit
den  Ruinen  des  weit  entfernten  Burgstädtels  in  Eins  verschmolzen
  batte.  Nachber  folgten  die  scharfsinnigen  Untersuchungen
  über  die  römischen  Katakomben  im  Morgenblatt;
  die  Schriften  über  Theater-  und  Säulenordnungen
  2c.  Am  meisten  Sorgfalt  verwendete  er  auf  sein
architekronisches  Lehrbuch.  Ihm,  der  nichts  einseitig
auffaßte,  nicht  an  der  todten  Abstraftion  klebte,  und  an
dem  schulgerechten  Herkommen,  der  die  Regel  zugleich
mit  ihrer  Anwendung  im  Auge  hatte,  dem  sich  jedes
Gebilde  in  seiner  ganzen  Gliederung  darftellte,  in  seinem
Werden  und  Seon  zugleich=  mochte  weder  die  kümmerlich
zusammengebettelte  Theorte  noch  der  bloße  Mechanismus
der  Techniker  genügen.  Nicht  blos,  wie  er  die  Kung
begriffen,  sondern  auch,  wie  er  sie  als  Meister  inne  hatte,
suchte  er  in  diesem  Werke  darzulegen.

Dazwischen  nahm  er  auch  wieder  seine  bereits  in
Italien  angefangenen  Restaurationen  und  Entwürfe  antiker
  Gebäude,  nach  Beschreibungen  griechischer  und  römischer
  Schriftsteller,  vor,  und  gab  davon  einige  Hefte
ins  Publikum.  Einige  liegen  noch  im  Manuseript.  Aus
diesen  Arbeiten  leuchtet  sein  tiefes  Studium  der  alten
Architektur  eben  so  sichtbar  hervor,  als  seine  Kunst  im
Bilden  und  Ordnen.

Obne  Zweifel  hätte  Weinbrenner  auch  in  der  Naturwissenschaft
  glänzende  Fortschritte  gemacht,  wäre  er
mit  den  nöthigen  Vorkenntnissen  mehr  vertraut  gewesen.