281

Male  fing  er  an  irre  zu  reden,  und  schlief  zuletzt  ein.
Das  müde  Leben  neigte  sich  chtbar  zur  Rube.  Ich
abnete  ,  daß  ich  ibn  nicht  mehr  sehen  würde,  und  wollte
nicht  scheiden  ohne  den  letzten  Abschied.  Ich  ergriff
seine  Hand  —  er  wachte  auf,  lächelte  freundlicher  als
je  —  am  andern  Morgen  (1.  März  1826),  bald  nach  sechs
Ubr,  verschied  er.

Man  hatte  noch  den  Arzt  gerufen  —  er  kam  eilig,
der  Puls  des  Kranken  schlug  noch  einige  Sekunden,  und
Nand  dann  plötzlich  still;  er  war  eingeschlummert,  friedlich,
  ohne  Todeskampf.  In  allen  Theilen  des  Körpers
batte  sich  eine  Menge  Wassers  gebildet.

Sein  Tod  erregte  allgemeine  Theilnahme;  es  war
ein  Verlust  für  die  Kunst,  für  das  Vaterland.  Die
Lücke,  die  er  zurückließ,  wird  lange  bleiben.

Hunderte  folgten  ihm  zur  Stätte  der  letzten  Rube
—  die  tiefe  Stille  dabei  bewieß,  daß  Trauer  um  ihn  in
jedem  Herzen  war.  Einige  seiner  Schüler  wünschten,
ich  möchte  einige  Worte  an  seinem  Grabe  sprechen.  Gern
bätte  ich  es  gethan,  aber  ich  vermochte  es  nicht,  mich
dem  Orte  zu  nähern,  wo,  nachbarlich  dem  Hügel  des
bingeschtedenen  Freundes,  ein  anderes,  noch  nicht  bewachsenes
  Grab,  die  letzten  schönsten  Wünsche  und  Hofrnungen
  meines  Lebens  verschließt.  —

Rubet  sanft,  ihr  Todten,  die  ibr  mir  so  lieb  waret!
Im  Vaterlande  der  Geister  sehen  wir  uns  wieder.