285

seines  Geistes  und  die  ganze  Thätigkeit  seines  Lebens
redlich  eingesetzt  —  ein  ehrenvoller  Name  bei  den  Zeitgenossen
  und  der  Nachwelt.  Sein  Wertb  wurde  im  Vaterlande
  erkannt  und  im  Auslande.  Unser  verehrter
Grohherzog  ertheilte  ihm  —  neben  andern  Beweisen  von
Wohlwollen,  Achtung  und  Vertrauen  —  das  Ritterkreuz
  des  Zäbringer  Ordens,  später  auch  Titel  und  Rang
eines  gebeimen  Raths.  Zum  Oberbaudirektor  war  er
bald  nach  seiner  Anstellung  ernannt  worden.  Die  Tbeilnabme,
  welche  Seine  Königliche  Hoheit  bei  der  Nachricht
  vom  Tode  Ibres  treuen  Dieners  bewiesen,  ist  gleich
ehrenvoll  für  das  edle  Herz  des  Fürsten,  wie  für  das  Andenken
  des  Hingeschiedenen.

Seine  Königliche  Hoheit  der  Großherzog  von  Hessendarmstadt,
  der  aus  Weinbrenners  Schule  den  treflichen
Architekten  Moller  erbalten,  gab  dem  verdienten  Lehrer
das  Commandeurkreuz  des  Verdienstordens.  Mebrere
andere  Negenten  kannten  ihn  persönlich,  und  schätzten  in
ihm  den  Menschen  und  den  Künstler.  Auch  erhielt  er
vielfache  Beweise  ibres  Wohlwollens.

Er  rühmte  sich  jedoch  nie  der  Gunst  und  der  Auszeichnungen,
  die  ihm  zu  Theil  wurden?  so  gern  er  auch
von  seinen  Arbeiten  sprach.  Nur  in  diesen  wollte  er  geehrt
  seyn.

Nicht  Viele  mögen  einer  so  großen  Zahl  von  Freunden
  und  Verebrern  sich  rühmen,  wie  Weinbrenner  sie
allenthalben  (in  Deutschland,  der  Schweiz,  Italien  2c.)
besaß.  Mit  einigen  derselben  (Voß,  Klüber  rc.)  stand
er,  wiewohl  nicht  in  regelmäßigem,  Briefwechsel.