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Früb  verlor  er  seine  Gattin,  die  treue,  sorgsame
Gefährtin  seines  Lebens.  Sie  binterließ  ihm  zwei  Töchter
  in  noch  zartem  Alter.  Mit  seltener  Zdetlichkeit  bing
er  an  seinen  Andern,  und  wendete  alle  Sorgfalt  auf
ihre  Erztehung.

Seine  Lebensweise  war  höchst  einfach.  Die  Stunden
  des  Tages  gingen  meist  über  seinen  Arbeiten  bin.
Bei  DTische  verweilte  er  kurz,  und  nur  selten  konnte  man
ihn  bereden,  eine  kleine  Spazierfabrt  zu  machen,  oder
einen  Gang  im  Freien.  An  schönen  Abenden  brachte  er
wohl  mitunter  eine  Stunde  in  seinem  Garten  zu,  oder
er  ließ  sich  vorlesen  —  meist  aus  Schriften  Über  Kunst
und  Alterthum,  oder  über  Denkwürdigkeiten  der  Zeit.

Gewöhnlich  versammelte  sich  bei  ihm,  in  den  Abendstunden,
  ein  bald  kleinerer,  bald  gröbßerer  Kreis  von
Freunden  und  Bekannten,  worunter  sich  fast  immer  junge
Künstler  befanden.  Die  Unterbaltung  war  frei  und  ungezwungen.
  Er  scherzte  und  erzählte  gern.  In  der
Zeichnung  drollichter  und  komischer  Begebenbeiten  war
er  oft  originell,  und  wußte  sie  trefflich  zu  koloriren.  Er
liebte  besonders  eine  kleine  Spielpartbie,  die  keine  Aufmerksamkeit
  erforderte,  und  wobei  das  Gespräch  sich  beiter
  hin  und  ber  bewegen  konnte.

In  der  letzten  Zeit  batte  aber  auch  diese  Erholung
ibren  Reiz  für  ibn  verloren.  Er  spielte  nur  noch  mechanisch,
  und  sprach  dabei  wenig;  um  seine  sonst  so  beitere
Stirne  batten  sich  die  Wolken  eines  trüben  Ernßes  zusammengezogen,
  binter  denen  die  Sonne  seines  Lebens
erlöschen  sollte.