4  Einleitung.

mit  dem  Wortlaut  des  Namens  übereinstimmt,  oder:  eine
Henne  auf  einem  Berge  —  Henneberg,  ein  Stern  auf
einem  Felsen  —  Sternfels,  ein  Horn  auf  einem  Stein  —
Hornstein  u.  dgl.

Außerdem  gibt  es  auch  halbredende  Wappen,  z.  B.  eine
Rose  =  Rosenberg,  ein  Mohr,  Eicheln  haltend  —  Eichelburg,
  und  auf  den  Namen  bloß  anspielende,  wie:  ein  Dachs
—  Taxis,  ein  Schachbrett  =  Spiller  usw.

Die  Entstehung  der  Wappen  der  christlichen  Völker  fällt
in  die  Zeit  der  Kreuzzüge,  in  das  Ende  des  11.,  besonders
aber  ins  12.  Jahrhundert.  In  dieser  Periode  verbreitete  sich
die  Sitte,  Wappen  zu  führen,  fast  über  ganz  Europa  und
erhielt  bei  jeder  Nation  ein  eigentümliches  Gepräge.

In  den  Kreuzzügen,  wo  so  viele  Herren  mit  Reisigen  und
Gefolge  gemeinschaftlich  ins  Feld  zogen,  mag  die  Notwendigkeit
  des  Erkennens  der  Zusammengehörigen  Anlaß  zur  Bemalung
  der  Waffen  mit  bestimmten  Bildern  gegeben  haben
und  so  auf  die  Entstehung  der  Wappen  von  Einfluß  gewesen
sein,  ebenso  das  Andenken  an  gewisse  Ereignisse  und  Taten.
Auch  die  Bekanntschaft  mit  den  Sitten  des  Orients  scheint
dabei  Einfluß  gehabt  zu  haben,  denn  die  Araber  hatten  schon
zu  jener  Zeit  ein  ausgebildetes  Wappenwesen,  und  viele  ihrer
emblematischen  Figuren  haben  in  der  Heraldik  des  Abendlandes
  Eingang  gefunden.

Die  Chinesen  und  Japaner  haben  heute  noch  ein  vollkommen
  ausgebildetes  Wappenwesen,  und  dieses  ist  somit
zweifellos  eine  orientalische  Erfindung  und  Einrichtung,  die
von  dort  in  den  Okzident  gelangte.

Selbstredend  hat  sich  ein  ganzer  Kranz  von  Sagen  über
die  Entstehung  einzelner  Wappenfiguren  gebildet,  die,  wie  alle
Sagen,  nicht  immer  jeder  Wahrheit  bar  sind,  wenn  sie  auch
für  die  Heraldik  selbst  wenig  oder  keinen  Wert  haben.

Mit  der  Bildung  des  Adels  als  Korporation,  dem  Gebrauch,
  Zunamen  zu  den  Taufnamen  anzunehmen,  und  besonders
  mit  der  Ausbildung  des  Rittertums  und  seiner  eigentümlichen
  Institutionen  hängt  übrigens  nicht  zum  geringsten