Einleitung.  5

die  Entstehung  und  die  Entwicklung  des  Wappengebrauches
zusammen  so  trugen  die  ritterlichen  Kampfspiele  oder  Turniere,
bei  denen  die  Ritter  ihr  Wappen  als  Abzeichen  führten,  durch
das  sie  ihre  Ritterbürtigkeit  und  Befähigung  zum  Turniere
nachwiesen,  daher  dasselbe  auch  vorher  geprüft  wurde,  vieles
hierzu  bei.

Schon  frühzeitig  wurde  das  Führen  der  Wappen  unter
eine  gewisse  Kontrolle  gestellt,  welches  Amt  den  Herolden,  den
Boten  des  Adels  und  Ausrufern  bei  den  Turnieren  übertragen
  war;  sie  beglaubigten  die  Wappen  und  wachten  über
ihre  rechtliche  Anwendung.

Die  Herolde  setzten  die  Regeln  zur  Anfertigung  der
Wappen  fest  und  bildeten  sie  im  Laufe  der  Zeit  zu  einer
eigenen  schwierigen  Wissenschaft  aus,  wobei  sie,  zumal  vom
17.  Jahrhundert  an,  zumeist  weit  über  das  Ziel  geschossen
haben  und  die  alte  gute  Heroldskunst  in  eine  Zwangsjacke
steckten,  bis  sie  schließlich  nur  mehr  einem  Zerrbilde  glich.

Die  Kunst  der  Herolde,  nämlich  die  Kenntnis,  Regeln
und  Gesetze  der  Wappenanfertigung  und  Wappenführung
(Wappenkunde,  theoretische  Heraldik)  und  ihre  Anwendung
(Wappenkunst,  praktische  Heraldik)  nennt  man  Heraldik.

Im  Mittelalter  übten  die  Herolde  ihre  Kunst  bloß  praktisch,
nach  Überlieferungen,  die  geheimgehalten  wurden,  aus;  nach
und  nach  entstand  daraus  eine  eigene  Wissenschaft;  man  faßte
die  Regeln  zusammen  und  schrieb  sie  nieder.  Die  ersten  Schriftsteller
  über  Heraldik  waren  Franzosen  und  Engländer;  für
den  ältesten  gilt  Clément  Prinsault  i.  J.  1416.  Die
wichtigsten  Autoren  älterer  Zeit  sind  Vulson  de  la  Colombiere
  (1639),  Menestrier  (1650),  P.  J.  Spener  (1717)
und  J.  C.  Gatterer  (1763  und  1791).  Auf  Philipp  Jakob
Speners  Hauptwerken  „Theoria  insignium“  und  „Historia
insignium“  beruht  die  heraldische  Literatur  des  18.  Jahrhunderts.
  Aber  alle  diese  Werke  enthalten  noch  viel  Geheimnisvolles,
  symbolische  Spielereien,  ohne  den  Kern  der  Sache  zu
erfassen.  Von  neueren  sind  hervorzuheben:  Bernd,  Karl
R.  v.  Mayer  (Herald.  Abcbuch.  München  1857)  und  Otto