Einleitung.  7

Handschrift  genannt,  aus  dem  14.  Jahrhundert,  derzeit  in  der
Universitätsbibliothek  zu  Heidelberg);  dann  alte  Stammbücher.
5.  Originalwaffen  und  Schilde  mit  Wappenbildern.  6.  Geschichtschreiber
  und  Dichter,  die  oft  Wappen  beschreiben  und
Andeutungen  enthalten,  aus  denen  sich  viel  Richtiges  ergibt,
wie  z.  B.  aus  Ulrich  von  Liechtensteins  „Frauendienst“  u.  v.  a.

Die  Geschichte  der  Heraldik  kann  man  in  drei  Perioden
einteilen:

1.  Die  Zeit,  in  der  allein  der  Schild  mit  seinem  Bilde
das  Wappen  darstellte  (vom  11.  bis  zum  13.  Jahrhundert):
die  Heraldik  des  Schildes.  Es  ist  die  Zeit  der  Entwicklung
der  Heraldik.

2.  Die  Periode,  wo  der  Helm  mit  seinem  Schmuck  dazu—
kam  und  das  Wappenwesen  seine  höchste,  lebendige  (praktische)
Ausbildung  erhielt:  die  Zeit  der  Blüte  der  Heraldik  vom
13.  bis  Ende  des  15.  Jahrhunderts.  In  dieser  Zeit  fällt  der
wirkliche  Schild  mit  dem  heraldischen  zusammen,  das  heißt,
der  bemalte  Wappenschild  und  Helm  mit  seinem  Schmuck
wurden  wirklich  getragen.

3.  Die  Zeit,  wo  der  heraldische  Schild  etwas  ganz  Abgesondertes
  ist,  nicht  mehr  wirklich  getragen  wird.  Es  kommen
dann  eine  Menge  unwesentliche  Anhängsel  und  Zutaten  hinzu,
die  nicht  im  Wesen  der  Sache  begründet  sind.  Die  alten  Herolds—
regeln  gehen  immer  mehr  verloren,  und  es  reißt  Willkürlichkeit
bei  Mangel  an  richtigem  Verständnis  ein:  die  Zeit  des  Verfalles
  der  lebendigen  Heraldik,  vom  16.  Jahrhundert  bis  in
die  Jetztzeit.

Selbstverständlich  ließe  sich  noch  manch  Wissenswertes  anführen,
  aber  es  hieße  den  Zweck  dieses  Buches  verkennen,  wollte
man  hier  eine  übermäßige  Gelehrsamkeit  aufwenden,  wo  ja
nur  die  schnelle,  praktische  Unterweisung  des  Laien,  das  Einführen
  desselben  in  die  hauptsächlichsten  Grundzüge  der
Wappenkunde  bezweckt  wird.

Wer  sich  beispielsweise  in  der  Geschichte  der  Heraldik
unterrichten  will,  der  wird  das  oben  erwähnte  Werk  Seylers