Erstes  Kapitel.

Der  Schild  im  allgemeinen;  seine  Formen
und  Farben.

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Der  Schild  mit  der  darauf  angebrachten  Figur  und  der
Helm  sind  die  wesentlichen  Stücke  eines  vollständigen
Wappens.  Ersterer  ist  der  wichtigste,  unerläßliche  Bestandteil;
  der  Helm  ist  nicht  unumgänglich  notwendig  (s.  oben
die  Geschichte  der  Heraldik).

Nicht  jeder,  wenn  auch  bemalte  Schild  ist  schon  ein
heraldischer.  Danach  nennt  man  die  zur  Aufnahme  eines
Wappenbildes  nach  der  Form  des  wirklichen  Schildes  gebildete
  (gezeichnete,  geschnitzte  u.  dgl.)  Figur  einen  heraldischen
  Schild.

Die  Form  des  Schildes  ist  in  den  verschiedenen  Zeiten
verschieden;  im  Mittelalter  ist  sie  ziemlich  dieselbe,  welche  die
ritterlichen  Schilde,  die  im  Kriege  gebraucht  wurden,  haben.
Die  vorwaltenden  Formen  sind  folgende:

a)  Im  12.  Jahrhundert  und  in  der  ersten  Hälfte  des  13.
ist  der  Schild  groß,  von  halber  Mannshöhe,  dreieckig,  unten
zugespitzt,  oben  meist  etwas  abgerundet,  gewölbt,  so  daß  er  den
Leib  halb  umschloß;  er  wurde  wegen  seiner  Größe  an  einem
Bande  oder  Riemen  um  die  Schulter  getragen  (Abb.  1).

b)  In  der  zweiten  Hälfte  des  13.  und  im  14.  Jahrhundert
  sind  die  Schilde  klein  (ungefähr  75  cm  hoch,  60  cm
breit),  von  der  Form  eines  fast  gleichseitigen  Dreiecks,  an  den
Seiten  meistens  etwas  ausgebogen  (sog.  Dreiecksschilde,
Abbildung  2).