10  Erstes  Kapitel.

c)  Im  15.  Jahrhundert  werden  sie  an  den  Seiten  gerade,
unten  abgerundet  sog.  halbrunde  Schilde  (Abb.  3),  auf  denen
—  sich  zusammengesetzte  Wappen  sehr  bequem

anbringen  ließen.

Daneben  kommen  die  Stechschilde  oder
Tartschen,  die  bei  den  Turnieren  ge—
braucht  wurden,  vor,  auf  einer  Seite  mehr
ausgebogen,  als  auf  der  andern;  meistens
sind  sie  stark  ausgeschweift,  gebogen  und
an  der  rechten  Seite  mit  einem  Einschnitt
versehen,  in  den  die  Lanze  beim  Turnieren
eingelegt  wurde  (Abb.  4).  Sehr  allgemein
seit  dem  16.  Jahrhund  ert  ist  für  Wappen-6êç
  schilde  die  aus  Abb.  5  ersichtliche  Form,

#b.  1.  unten  an  den  Ecken  abgerundet,  in  der
Mitte  mit  einer  Spitze.

Diese  ist  die  heutzutage  in  der  offiziellen  Heraldik  zumeist

  gebräuchliche  Schildform,  jedoch  ebenso  unschön  als

unwahr,  weil  sie  tatsächlich  nie  gebraucht  wurde.

Abb.  4.

Abb.  2.

4)  In  der  spätern  Zeit,  im  16.  Jahrhundert,  in  der  Periode
der  Renaissance  (des  Wiederauflebens  der  klassischen  Kunst),
wo  die  Wappenschilde  nicht  mehr  wirklich  getragen.  wurden,
gab  man  denselben  willkürliche  Formen,  oval  rund,
artig  ausgeschweift  mit  allerlei  Verschnörkelungen,  die  im
17.  und  18.  Jahrhundert  immer  barocker  werden  und  mehr