16  Erstes  Kapitel.

von  Francquart,  oder  durch  die  Planetenzeichen,  sind  nicht
verbreitet.

Eine  nicht  unpraktische  Methode  ist  die  schon  weit  ältere,
nämlich  die  Farben  mit  Buchstaben  zu  bezeichnen,  und  zwar
R  Rot,  B  =  Blau,  Gr—  Grün,  Sch  oder  #  —  Schwarz,
G  —  Gold,  S8—  Silber,  Pp  Purpur,  N  Naturfarbe.
Diese  Bezeichnung  wird  zuweilen  auch  bei  Wappenbeschreibungen
  angewendet.

Auf  älteren  Darstellungen  werden  Gold  mit  O  und  Silber
mit  C  bezeichnet,  jedenfalls  Sonne  und  Mond  bedeutend.

Die  Farbenbezeichnung  durch  Schraffierung  auch  bei
plastisch  (in  Relief)  dargestellten  Wappen  in  Anwendung  zu
bringen,  fand  in  der  älteren  Zeit  gar  nicht  statt,  wohl  aber
unterschied  man  verschiedene  Farben  durch  Erhöhung  und
Vertiefung,  aber  in  neuerer  Zeit  wendet  man  die  Schraffierungen
  bei  Siegeln,  Münzen,  Reliefs  usw.  sehr  häufig  an,
besonders  um  die  Farbe  des  Grundes  (Feldes)  zu  bezeichnen;  die
Wappenfiguren  selbst  werden  meist  ohne  Schraffierung  gegeben.

Besonders  empfehlenswert  ist  dieser  Vorgang  übrigens
nicht,  und  das  Hinweglassen  der  Schraffierungen  als  Farbenangabe
  bei  allen  plastischen  Werken  kann  den  Künstlern  nicht
genug  ans  Herz  gelegt  werden.

Besonders  erwähnt  muß  noch  werden,  daß  die  Schraffierung
  sich  immer  nach  der  Richtung  des  Schildes,  und  zwar
nach  dessen  Achse  richten  muß,  so  zwar,  daß  die  senkrechten,
Rot  bezeichnenden  Striche  parallel  der  Längenachse,  die  wagerechten,
  Blau  bezeichnenden  parallel  der  Querachse  oder  dem
oberen  Schildrand  laufen.

Man  muß  also  die  Strichlagen  nicht  nach  der  Richtung
des  Papieres,  auf  das  man  zeichnet,  sondern  nach  der  Richtung
des  Schildes  nehmen  und  diesen  demgemäß  schraffieren.

Die  stetig  sich  entwickelnde  Prachtliebe  des  Mittelalters
und  der  unmittelbar  darauffolgenden  Zeit  zierte  auch  die
Wappenschilde  mit  kostbaren  Pelzwerken,  und  zwar  in  erster
Linie  mit  Hermelin  und  Grauwerk  (Fehwammen,

Kürsch).