18  Zweites  Kapitel.

geschrieben,  die  manchen  Irrtum  früherer  Forscher  aufdeckt
und  berichtigt.

Das  Pelzwerk  wird  nicht  als  Farbe  angesehen,  und  man
kann  daher  nach  obigem  Grundsatz,  daß  Farbe  nicht  auf  Farbe,
Metall  nicht  auf  Metall  kommen  soll,  auf  Pelzwerk  jede  beliebige
  Farbe  oder  Metall  setzen  und  umgekehrt.

Nach  den  Ergebnissen  der  neueren  Forschung  sind  die
sogenannten  Eisenhütlein  auch  nichts  anderes  als  ein  in  dieser
Form  zusammengesetztes  Pelzwerk,  doch  ist  es  dabei  nicht  ausgeschlossen,
  daß  in  manchen  Fällen  das  teure  Pelzwerk  durch
ausgeschnittene  Stoffe,  ähnlich  wie  Schach,  Rauten,  Wecken  usw.
ersetzt  wurde.  Es  wird  über  diesen  Eisenhutschnitt  weiter
unten  am  Ende  der  Heroldsbilder  ausführlicher  gehandelt
werden.  Daneben  kommen  auch  wirkliche  Eisenhüte  von
ähnlicher  Form  als  Wappenbilder  vor  (Abb.  3);  von  diesen
wird  bei  den  künstlichen  Figuren  die  Rede  sein.

Zweites  Kapitel.
Die  Teilung  des  Schildes.  Heroldsbilder.

Die  Oberfläche  des  Schildes  hat  entweder  bloß  eine  Farbe
oder  mehrere  regelmäßig  abgegrenzte  Farben.  Schilde,  die
bloß  mit  einer  Farbe  tingiert  sind,  ohne  Unterabteilung  oder
Figur,  nennt  man  ledige  Schilde;  wenn  sie  vom  Besitzer
bestimmt  sind,  ein  Wappenbild  zukünftig  aufzunehmen,  auf
das  also  gewartet  wird,  nennt  man  sie  Wartschilde.

Sie  sind  selten.  So  führte  die  pfälzische  Linie  des  Hauses
Wittelsbach  nach  Verlust  der  Kurwürde  im  Jahre  1623  den
roten  Schild,  in  dem  früher  der  Reichsapfel  als  Zeichen  des
Erztruchsessenamtes  angebracht  war,  in  Erwartung  eines
andern  Amtszeichens  als  ledigen  Schild  fort  (bis  1758).  Es
gibt  auch  Wappenschilde,  die  bloß  mit  Pelzwerk  überzogen
sind,  ohne  Figur.