Die  Teilung  des  Schildes.  Heroldsbilder.  21

Die  zuerst  genannte  Farbe  oder  Figur  ist  also  die,  welche
rechts  oder  oben  beginnt.

So  nennt  man  auch,  was  sich  in  der  rechten  Schildhälfte
befindet,  vorn,  was  in  der  linken,  hinten.

Z.  B.  ein  Bild  in  1  (Abb.  12)  befindet  sich  vorn  oben,
eines  am  Platze  9  hinten  unten.

Die  Heroldsbilder  (Heroldsstücke).

Ein  Bild,  das  durch  die  Teilung  des  Schildes  in  verschiedene,
  durch  regelmäßig  gezeichnete  Linien  begrenzte  Farben
entsteht,  heißt  Heroldsbild  oder  Heroldsstück.  Diese  Teilungslinien
  (es  können  gerade  oder  krumme  sein)  reichen  an  die
Schildränder,  bewerkstelligen  also  eine  Teilung  des  ganzen
Schildes  oder  Feldes.

Das  allgemeine  Kennzeichen  der  Heroldsbilder  ist  demnach,
  daß  die  gemeinen  Figuren  wenigstens  auf  drei  Seiten
im  Felde  frei  stehen,  während  die  Heroldsbilder  in  die  Schildränder
  auslaufen.

So  ist  z.  B.  das  Kreuz  Abb.  36  ein  Heroldsstück,  wogegen
  die  Kreuze  Abb.  170  bis  176  zu  den  gemeinen  Figuren
zu  rechnen  sind.

Die  älteren  Heraldiker  teilten  die  Heroldsbilder  in  zwei
Klassen  ein:  1.  Teilungsbilder  oder  Sektionen,  bei
denen  eine  gleiche  Verteilung  der  Farben  stattfindet,  also  jede
Farbe  einen  gleichgroßen  Platz  einnimmt;  2.  eigentliche
Heroldsbilder,  bei  denen  eine  Farbe  einen  größeren  Platz
einnimmt  als  die  andere,  so  daß  der  kleinere  Platz  gleichsam
von  dem  größeren  eingeschlossen  oder  an  ihn  gelehnt  als
Figur  erscheint.  Diese  Einteilung  ist  aber  aus  verschiedenen
Gründen  nicht  ganz  stichhaltig,  wurde  auch  in  der  Blütezeit
der  Heraldik  nicht  gemacht.  Im  folgenden  werden  daher  alle
durch  eine  bloße  Teilung  des  Schildes  entstehenden  Figuren
Heroldsbilder  (Heroldsstücke)  genannt.

Die  Anzahl  derselben  ist  außerordentlich  groß,  man  könnte
sagen  unendlich,  da  die  mannigfaltigsten  Veränderungen,