Die  Teilung  des  Schildes.  Heroldsbilder.  39

eine  ältere  Benennung  ist.  Im  ganzen  ist  es  gleichgültig,
ob  der  Sparren  eingebogen  oder  geradlinig  ist;  die  ältere
Heroldskunst  kennt  derlei  kleine  Unterschiede  und  pedantische
Tüfteleien  nicht.  Reicht  der  Sparren  nicht  bis  an  den  Rand,
so  heißt  er  erniedert  oder  niedrig,  erreicht  er  kaum  die
Mitte,  gedrückt;  die  Schenkel  gehen  oft  nicht  aus  den  Ecken,
sondern  aus  den  Seitenrändern  hervor,  er  heißt  dann  ein
erhöhter  Sparren.  Fehlt  die  Spitze,  so  daß  er  oben  ab—
geschnitten  erscheint,  so  nennt  man  dies  entgipfelt.

Aus  der  Verbindung  von  geraden  und  schrägen  Teilungen
gehen  nachstehende  Abbildungen  hervor:

1.  Es  kann  der  Schild  gespalten  und  eine  oder  beide
Hälften  wieder  schräg  geteilt  sein,  und  so  ergeben  sich  mannigfaltige
  Kombinationen,  so  vorne  und  rückwärts  nach  einer
Richtung  geschrägt  oder  rückwärts  in  entgegengesetzter
Richtung  (gegengeschrägt)  Abb.  61:  gespalten,  vorne  Rot,
hinten  von  Blau  und  Silber  schrägrechts  geteilt  (durchschnitten);
  Abb.  62:  gespalten,  vorne  von  Silber  und  Blau
rechts  geschrägt,  hinten  von  Rot  und  Gold  gegengeschrägt.
Es  kann  dann  eine  mehrfache  Schrägteilung  in  einer  oder
in  beiden  Schildhälften  stattfinden;  in  letzterem  Falle  wird
der  Schild,  wenn  bei  zwei  Tinkturen  in  der  hinteren  Hälfte
die  gleiche  Anzahl  von  Teilungen  im  entgegengesetzten  Sinne
vorhanden  ist,  ein  gesparrter  mit  verwechselten  Tinkturen
  oder  kürzer:  ein  gegengesparrter  (Abb.  63):  von
Rot  und  Silber  gegengesparrt;  ist  die  Schrägteilung  vorn