46  Zweites  Kapitel.

Bisweilen  sind  die  Spitzen  krumm  gebogen;  bei  vollkommener
  Gestalt  nennt  man  sie  dann  Wolfszähne,  was
aber  gewiß  unrichtig  ist,  und  wäre  die  Figur  als  drei  verkürzte,
  abwärts  gebogene  rechte  Seitenspitzen  zu  blasonieren.
Abb.  86:  in  Rot  drei  silberne  Wolfszähne  (?)  aus  dem
Hinterrand  kommend.

Die  wichtigsten  krummen  Begrenzungslinien  sind:

1.  Die  Bogenlinie  (Bogenschnitt),  eine  gegen  den  Mittelpunkt
  eingebogene  oder  eine  ausgebogene,  ein  Kreissegment
  bildende  Linie.

Abb.  86.  Abb.  87.  Abb.  ss.

2.  Die  Kerblinie  mit  fortlaufenden  kleinen  runden  Einkerbungen;
  sie  kann  jede  beliebige  Figur  begrenzen,  z.  B.
Abb.  87:  in  Silber  ein  schwarzes  Kerbkreuz.

3.  Der  Schuppenschnitt  in  entgegengesetzter  Weise  mit
fortlaufenden  runden  Bogen  oder  Ausbauchungen,  Abb.  88:
mit  dem  Schuppenschnitt  geteilt,  Silber  und  Schwarz.  Figuren
mit  dieser  Linie  begrenzt  heißen  geschuppt.

Die  Ausdrücke  ein=  und  auswärts  gebogen  (eingezogen
und  ausgebaucht)  sind  so  zu  verstehen,  daß,  was  gegen  oben
oder  rechts  gerichtet  ist,  als  auswärts  bezeichnet  wird.

4.  Der  Wellenschnitt  mit  gewellten  oder  gefluteten
Linien  (geschlängelt).  Balken,  Pfähle  und  Schrägbalken,  von
Wellenlinien  begrenzt,  nennt  man  auch  Flüsse.  Abb.  89:  ein
gewellter  rechter  Schrägbalken  blau  in  Silber,  oder  ein
rechter  Schrägfluß.  Dagegen  Abb.  90:  von  Silber  und
Rot  dreimal  mit  Wellenlinien  gespalten.