Die  gemeinen  Figuren.  57

Silber.  Für  gewisse  Tiere  gibt  es  besonders  gangbare
Farben,  die  vorzugsweise  heraldisch  sind.

Was  die  Stellung  der  Tiere  anbelangt,  so  ist  bei  den  vierfüßigen
  Tieren  die  steigende  oder  aufrechte  (aufgerichtete)
die  gewöhnlichste,  auf  den  Hinterbeinen  stehend,  einen  Hinterfuß
  vorgesetzt,  die  Vorderfüße  ungleich  erhoben,  so  daß  man
alle  vier  Füße  sieht,  schreitend  oder  gehend,  einen  Vorderfuß
  erhebend,  laufend,  meist  mit  gleich  ausgreifenden  Füßen,
die  daher  geschlossen  erscheinen,  springend,  kletternd,
stehend,  ohne  einen  Fuß  zu  erheben,  sitzend  auf  den  Hinterbeinen,
  gekrüpft,  d.  i.  zusammengekauert,  selten  liegend.
Es  versteht  sich,  daß  sie  von  der  Seite,  d.  h.  im  Profil,  gegen
den  Schildrand  gewendet  sind,  wenn  nicht  eine  andere  Stellung
ausdrücklich  angegeben  ist,  und  zwar  rechts  gewendet.  Bei
den  Vögeln  ist  die  häufigste  Stellung  auffliegend  oder
flugbereit  mit  halb  oder  ganz  ausgebreiteten  Flügeln  oder
sitzend.

Da  sich  die  Stellung  der  Tiere  in  einem  Schilde  in  der
angegebenen  Weise  von  selbst  versteht,  so  wird  dieselbe  von
Heraldikern  nicht  genannt,  es  müßte  denn  ein  ganz  besonderer,
des  Erwähnens  notwendiger  Fall  vorliegen.  Im  allgemeinen
genügt  es  beispielsweise  vollkommen  zu  blasonieren:  In  Gold
ein  schwarzer  Löwe  (Abb.  109).

Löwe  und  Adler  sind  die  am  öftesten  vorkommenden  Tiere
in  der  Heraldik.

Die  normale  Stellung  des  Löwen  ist  aufrecht  (auch
steigend,  zum  Angriff,  zum  Raube  oder  zum  Grimmen  geschickt,
  wie  die  alten  Heraldiker  sagten),  d.  h.  auf  den  Hinterfüßen
  stehend,  die  rechte  Vordertatze  (Pranke)  etwas  erhoben
(aufgehoben),  die  rechte  hintere  etwas  vorgesetzt.

Der  Kopf  des  Löwen  erscheint  in  älterer  Zeit  etwas  zugespitzt,
  später  mehr  rund  und  der  Natur  gemäß;  der
Rachen  bald  halb,  bald  weit  geöffnet,  meist  mit  weit  herausgeschlagener
  Zunge,  die  als  eine  geschwungene,  vorn  aufgebogene
  Linie  gezeichnet  wird,  die  Zähne  sichtbar  (mit
Zähnen  bewaffnet),  das  Auge  wild  blickend.