58  Drittes  Kapitel.

Der  Körper  erscheint  immer  sehr  schlank,  besonders  unten
sehr  mager,  in  der  älteren  Zeit  (im  14.  Jahrhundert)  steht
er  mehr  gerade,  so  daß  er  mit  der  Längenachse  des  Schildes
zusammenfällt  (Abb.  109),  später  (im  15.  Jahrhundert)  ausgebogen,
  schwungreich,  so  daß  die  ganze  Figur  eine  Schlangenlinie
  bildet  (Abb.  110).  In  älterer  Zeit  ist  er  ganz  zottig
(Abb.  2),  später  bloß  mit  starken  Mähnen,  die  bis  auf  den
halben  Leib  herabfallen  und  stark  geringelt  sind,  und  mit
zottigen  Füßen.

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Abb.  109.  Abb.  110.

Die  Pranken  erscheinen  in  der  älteren  Zeit  als  drei  Ballen
in  Form  eines  Kleeblattes  mit  einer  Nagelzehe  unterhalb;  aus
ihnen  gehen  die  großen  Krallen  (Waffen)  hervor.  Später  sind
die  Zehen  gesondert  und  weit  ausgespreizt.

Der  Schweif  ist  nahe  an  der  Wurzel  aufgebogen  und
läuft  parallel  mit  dem  Körper  hinauf;  in  älterer  Zeit  ist  er
ganz  zottig,  später  nur  mit  einzelnen  nach  auswärts  stehenden
  Büscheln,  die  Endzottel  fällt  gewöhnlich  einwärts,  gegen
den  Leib  des  Löwen  zu.  Vom  15.  Jahrhundert  an  ist  der
Schweif  häufig  gespalten,  ein  Doppelschweif,  die  beiden
Teile  oft  zusammengedreht  wie  ein  Strick,  jeder  mit  Endbüschel.
  Es  hat  dies  keine  besondere  Bedeutung  und  braucht
nicht  besonders  gemeldet  zu  werden,  da  man  in  ein  und  demselben
  Wappen  den  Schweif  einfach  oder  doppelt  oder  mehrfach
  gespaltet  bilden  kann.