Die  gemeinen  Figuren.  65

Stoß  bereit.  Die  zweimal  gebogenen  Büffelshörner,  die  so
häufig  auch  als  Helmschmuck  vorkommen,  nennen  einige
Heraldiker  irrig  Jagdhörner,  die  Franzosen  sogar  Elefantenrüssel,
  was  auch  in  die  deutsche  Heraldik  Eingang  fand.

10.  Der  Elefant,  in  der  Regel  silbern,  die  Ohren
fächerartig  ausgezackt,  der  Rüssel  gegliedert  und  schneckenartig
  gekrümmt.

Die  Vögel  werden  auffliegend  oder  seitwärts  gewendet
sitzend  dargestellt,  seltener  sinkend,  d.  i.  mit  dem  Kopfe  nach
abwärts  stürzend.  Hat  der  Schweif  eine  andere  Farbe,  so
heißt  der  Vogel  so  geschwänzt.

Eine  besondere  heraldische  Bildung  haben  außer  dem
Adler  noch  die  nachfolgenden  Vögel:

1.  Der  Kranich,  Storch  und  Reiher,  ersterer  gewöhnlich
  auf  einem  Fuße  stehend,  mit  dem  andern  einen
Stein  haltend;  der  Storch  mit  eingezogenem  Hals;  der
Reiher  hinten  am  Kopf  mit  einem
Schopf;  sonst  sind  sie  einander  ziemlich
  ähnlich.

Ist  ein  solcher  Vogel  bekrönt,  so  hat
er  zumeist  die  Krone  um  den  Hals.

2.  Der  Strauß  hält  ein  Hufeisen
im  Schnabel.

3.  Der  Hahn  (Abb.  126)  wird
streitfertig  dargestellt,  der  Kamm  stark
markiert,  ein  Fuß  erhoben,  der  Schweif
mit  wenigen,  aber  stark  gebogenen  Abb.  126.
Federn.

4.  Der  Pfau  mit  radschlagendem  Schwanz,  was  man
schweifspiegelnd  nennt.

5.  Die  Merletten  (besonders  in  französischen  Wappen)
sind  kleine  gestümmelte  (des  Schnabels  und  der  Füße
beraubte),  entenartige  Vögel.

Fische  werden  schwimmend  in  wagerechter  Stellung,
steigend,  mit  dem  Kopfe  aufwärts  gerichtet,  ausgebogen
oder  gekrümmt  dargestellt.  Die  Flossen  sind  häufig  ornamental

Heraldik.  5