Die  gemeinen  Figuren.  69

hängend,  unten  etwas  aufgebogen;  alle  drei  sind  durch  ein
Band  zusammengehalten,  und  die  obere  dreiteilige  Figur
wiederholt  sich  unten  verkehrt  und  kleiner.  In  Abb.  5  und  135
sieht  man  die  gewöhnliche  Gestalt  einer  heraldischen  Lilie.
Eine  Lilie  ohne  den  unteren  Teil,  also  sozusagen  nur  die
Hälfte  einer  solchen,  heißt  Kleve  (Abb.  136).

Die  Lilie  ist  ein  sehr  altes  Ornament  und  kommt  im
Orient  schon  im  11.  Jahrhundert  als  Gewandmuster  vor;
wahrscheinlich  von  daher  kam  sie  unter  dem  Namen  fleur
de  lis  in  die  französische,  später  in  die  deutsche  Heraldik  (seit
1179  im  französischen  Wappen,  daher  der  Name  Francica).

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Abb.  136.  Abb.  137.  Abb.  138.

Sie  kommt  auf  Stoffen,  plastisch  als  Spitze  von  Zeptern,
Kreuzen,  Kronenzinken  sehr  häufig  vor.  Manche  Hellebarden
(die  sogenannten  Spontons)  des  16.  Jahrhunderts  haben
einige  Ahnlichkeit  mit  der  Lilie,  daher  die  irrige  Ansicht,  es
sei  ihr  Ursprung  von  diesen  Waffen  abzuleiten.

Die  gewöhnlichsten  Blätter  sind:

1.  Das  Kleeblatt,  ohne  Stiel  aus  drei  Kreissegmenten
(Dreipaß)  bestehend.  Die  natürlichen  Kleeblätter  sind
drei  herzförmige,  mit  den  Spitzen  zusammenstoßende  Blätter
(Abb.  137).

2.  Das  Lindenblatt  (Abb.  138).

3.  Das  Seeblatt,  herzförmig,  manchmal  damasziert,
meist  aber  mondförmig  oder  in  Kleeblattform  (im  Dreipaß)