Die  gemeinen  Figuren.  73

aus  dem  7.  Jahrhundert  vor  Christo,  dann  später,  und  zwar
bereits  im  13.  und  14.  Jahrhundert,  in  der  Heraldik  (Burggrafen
  von  Würzburg,  Grafen  von  Savoyen,  die  Slatt  in
Zürich  und  andere),  als  Reichswappen
seit  dem  Kaiser  Sigmund  zu  Anfang
des  15.  Jahrhunderts;  sie  erscheint
schon  auf  einer  Münze  Ludwigs  des
Bayern,  um  1330.  Früher  war  der
Adler  der  deutschen  Kaiser  einköpfig.
Gewöhnlich  führten  späterhin  die
römischen  Könige  den  einfachen  Adler
im  Gegensatz  zum  kaiserlichen  Doppeladler.
  Es  dürfte  wohl  kaum  einem  7

Zweifel  unterliegen,  daß  der  Doppel-  Abb.  143.

adler  zur  Zeit  der  Kreuzzüge  von  der

christlichen  Ritterschaft  in  erster  Linie  aus  arabischen  Kunstwerken
  kennen  gelernt  und  als  Wappenbild  angenommen
wurde.  Erst  in  neuerer  Zeit  wurde  der  Doppeladler  (meist
sehr  unheraldisch)  bekrönt  und  ihm  in  eine  Kralle  Zepter  und
Schwert,  in  die  andere  der  Reichsapfel  gegeben.

2.  Der  Greif.  Er  hat  den  Oberleib  vom  Adler,  den
übrigen  Körper  vom  Löwen,  also  einen  Adlerkopf,  gefiederten
Hals,  Flügel,  Krallen  an  den  Vorderfüßen,  die  aufgeworfen
sind,  aufgereckte  Ohren,  dagegen  sind
der  Bauch,  die  Hinterfüße  und  der
Schweif  wie  beim  Löwen.  Er  wird
schreitend  oder  aufgerichtet  (springend)
dargestellt,  den  Schweif  bald  ausgeschlagen,
  bald  untergeschlagen,  das  heißt
zwischen  den  Hinterbeinen  unter  den
Bauch  gezogen.  Bisweilen  hat  der  Oberteil
  eine  andere  Farbe  als  der  Unterteil  Abb.  144.
(Abb.  144).

3.  Der  Drache,  ein  Reptil  mit  Flügeln,  mit  großem,
spitzem  Kopf,  weit  aufgerissenem  Rachen,  aus  dem,  wie  auch
aus  den  Nüstern,  häufig  Flammen  hervorgehen,  die  Zunge