80  Drittes  Kapitel.

Wimpel,  gespalten,  flatternd  (Abb.  163).  In  der  Fahne  abgebildete
  Figuren  sind  in  ihrer  natürlichen  Stellung  gegen
den  Stock  gewendet.  Endlich  gehören  hierher  die  oft  vor
kommenden  Ballen,  Kugeln,  Ringe,  Wecken,  Spindeln,
Münzen  oder  Byzantiner  (kleine  goldene  Scheiben,  auf
denen  aber  etwas  vom  Gepräge  sichtbar  sein  muß)  usw.

Die  ursprüngliche  Art,  die  Schilde  zu  stücken,  mit  Metallspangen
  zu  beschlagen,  mit  Steinen  zu  besetzen,  mit  Ketten—
geflecht  zu  verstärken  usw.  ist  oftmals  der  Ursprung  heraldischer
Figuren.  Hierher  gehört  z.  B.  das  sogenannte  Lilien-,
richtiger  Klevenrad,  besser  Lilien=  oder  Klevenhaspel  genannt
(von  den  älteren  Heraldikern  Karfunkelrad,  auch  Klevesches

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Abb.  163.  Abb.  164.  Abb.  165.

Rad  genannt,  weil  es  das  Wappen  des  Großherzogtums
Kleve  bildet,  Abb.  164),  aus  acht  rad=  oder  sternförmig  gestellten
  Spangen  mit  Klevenenden  bestehend,  im  Mittelpunkt
ein  Schildchen  oder  ein  Ring  (Schildnabel),  in  den  bei  dem
wirklichen  Schildbeschlage  ein  Stein  (Karfunkel)  gesaßt  war,
ferner  Kreuze  mit  verschiedenartigen  Enden  der  Arme  usw.

Zu  den  Kleidungs=  oder  Schmuckstücken  gehören:

Hüte.  Mützen,  aufgestülpt,  mit  anders  gefärbtem  Umschlage
  (Abb.  165  und  166),  Handschuhe  (Abb.  167),  dann
Schuhe  mit  spitzem  Schnabel,  wie  sie  im  14.  und  15.  Jahrhundert
  Mode  waren,  Schwertgurte,  Schnallen,  Kronen
und  Kronenreifen,  die  Zinken  in  Kleeblättern  oder  Lilien
endigend.

Der  sogenannte  Rautenkranz  im  sächsischen  Wappen
(Abb.  168)  ist  ein  schrägrechts  gestellter  Kronenreif,  hervor-