Der  Helm.  87

Entgipfelt,  gestutzt,  mit  abgeschnittenem  Gipfel  oder
Spitze.

Gekoppelt,  zwei  unmittelbar  neben=  oder  übereinandergestellte
  Figuren  (besonders  Heroldsbilder).  Ist  aber
heut  nicht  mehr  gebräuchlich.

Gestückt,  aus  Stücken  verschiedener  Tinktur  (Farbe  und
Metall  wechselnd)  zusammengesetzt.

Gestümmelt,  eines  oder  meherer  wesentlicher  Teile
beraubt  (z.  B.  Tiere  ohne  Zähne,  Schnabel,  Füße,
Schwanz).

Gewellt,  von  Wellenlinien,  gewölkt,  von  Wolkenlinien
begrenzt,  gezackt,  in  Zacken  ausgehend.

Hervorbrechend,  hervorschauend,  ein  Tier,  von  dem
nur  der  Kopf  und  Hals  aus  dem  Schildrand  oder  einer
Figur  hervorragt.

Hervorgehend,  wachsend,  wenn  die  Hälfte  des  Tieres
oder  dgl.  sichtbar  ist;  ersteres  besonders,  wenn  die
Figur  aus  dem  Seitenrande  kommt.  Letzteres  ist
gleichbedeutend  mit  halb.

Kantig,  nicht  in  ebener  Fläche,  sondern  als  eckiger
Körper  dargestellt.

Viertes  Kapitel.
Der  Helm.

—.

Obwohl  in  älterer  Zeit  (schon  im  12.  Jahrhundert)  der
Schild  allein  das  Wappen  bildete,  so  ist  der  Helm  mit  seiner
heraldischen  Ausschmückung  in  der  ganzen  späteren,  so  auch
namentlich  in  der  Blütezeit  der  Heraldik,  von  geringerer
Bedeutung  als  der  Schild;  er  kommt  in  Siegeln  oft  auch
allein  ohne  Schild  vor,  und  bei  den  Turnieren  mußte  zur
Prüfung  der  Ritterbürtigkeit  und  Turnierbefähigung  der
Helm  nebst  dem  Schilde  „zur  Helmschau  aufgetragen“  werden.