88  Viertes  Kapitel.

Da  der  Helm  nur  vom  Ritter  zum  Schutz  des  Hauptes
getragen  wurde,  so  eignet  er  sich  eigentlich  nur  für  Wappen
von  Personen  und  Geschlechtern;  Gemeinden  und  Städte,
ebenso  Geistliche  und  Frauen  führen  ihn  in  der  Regel  nicht,
doch  wurde  manchen  Körperschaften  und  Städten  ein  solcher
als  besondere  Auszeichnung  verliehen.

Nicht  alle  Helme,  die  wirklich  getragen  wurden,  eignen
sich  zu  heraldischen  Helmen,  sondern  nur  solche,  die  insbesondere
  in  Turnieren  getragen  wurden  und  mit  einem
besonderen  heraldischen  Schmuck,  dem  Kleinod  (siehe  fünftes
Kapitel),  versehen  waren,  das  wesentlich  zum  wappenmäßigen
Helm  gehört.

Die  im  Kriege  geführten  Helme  sind  in  manchen  Zeiten
verschieden  von  denen,  deren  sich  die  Ritter  bei  den  Turnieren
bedienten.  Im  12.  Jahrhundert  trug  man  kleine,  beckenförmige
  Helme,  eigentlich  Hauben,  oben  spitz  oder  auch  flach,
häufig  mit  einer  schmalen  über  die  Nase  herablaufenden
Spange  (Nasal);  diese  Helmform  kommt  in  der  Heraldik
nicht  vor.  Von  der  Mitte  des  13.  Jahrhunderts  an  wurde
über  die  Beckenhaube  im  Kampf  und  Turnier  ein  topfartiger,
oben  flacher  Helm  aufgesetzt,  der  den  ganzen  Kopf  umschloß
(Topfhelm,  Abb.  181)  und  bloß  für  die  Augen  zwei  Einschnitte
  hatte.  Im  14.  Jahrhundert  wurde  dieser  Sturzoder
  Topfhelm,  den  man  über  die  nunmehr  spitze  Beckenhaube
(das  Bassinet)  stürzte,  so  groß,  daß  er  auf  den  Schultern  aufsaß,
  Kübelhelm  genannt  (Abb.  182).  Im  15.  und  16.  Jahrhundert
  trug  man  andere  Helme  zu  den  geschlagenen,  aus
Platten  bestehenden  Kriegsrüstungen,  andere  beim  Turniere.
Erstere  sind  im  15.  Jahrhundert  runde  Beckenhauben,  mit
spitzem  Genickschirm  (sog.  Schallern),  die  auf  ein  an  der  Brust
festgemachtes  Kinnstück  (Bart,  Salade)  schließen,  später  aus
mehreren  Stücken  bestehende,  vorne  oder  an  den  Seiten  zu
öffnende  Helme  mit  Visier,  das  aufgeschlagen  werden  kann.
Diese  Helme  sind  eigentlich  nicht  wappenmäßig  (sie  kommen
nur  höchst  vereinzelt  als  Wappenhelme  vor),  sondern  nur  die
um  diese  Zeit  bei  verschiedenen  Gattungen  des  Turnieres  ge-