90  Viertes  Kapitel.

Der  Stechhelm  ist  ein  eleganter,  geschweifter  Kübelhelm,
dessen  oberer  Teil  sich  mehr  nach  der  Rundung  des  Kopfes,
der  untere  dem  Halse  anschließt,  zwischen  beiden  befindet  sich
der  Spalt  zum  Durchsehen,  ohne  Spange  (Abb.  183  von
vorne,  Abb.  184  von  der  Seite).  Der  Unterteil  hat  vorn  in
der  Mitte  eine  Schneide  und  tritt  oben  stark  vor,  so  daß  er
im  Profil  eine  Spitze  bildet.  Er  reicht  auf  Brust  und  Rücken
herab,  wo  er  angeschraubt  oder  angeschnallt  wurde.

Abb.  183.  Abb.  184.

Der  Spangenhelm  oder  Turnierhelm  ist  im  allgemeinen
ähnlich  dem  Stechhelm,  aber  ohne  Schneide  vorne  und  oben
rund,  so  daß  er  sich  noch  mehr  der  Form  des  Kopfes  und
Halses  anschließt  (Abb.  185).  Der  Sehschnitt  ist  zu  einer
breiten  Offnung  erweitert,  die  mit  einem  aus  5  bis  7  Spangen
bestehenden  Rost  versehen  ist.  Die  Spangen  sind  ausgebaucht
und  werden  im  Laufe  der  Zeit  immer  mehr  ausgerundet.  Die
Spangen  sind  entweder  oben  und  unten  angenietet,  oder  sie
sind  durch  schlitzartige  Einschnitte  in  den  vorn  ausgebauchten
Helm  selbst  hervorgebracht.  Der  Augenschlitz  im  ersten  Falle
ist  bald  ziemlich  schmal,  bald  sehr  breit,  fast  in  der  ganzen
Größe  des  Gesichtes,  es  wurden  dann  manchmal  Spangen
der  Länge  und  der  Quere  nach  darüber  genietet,  wodurch  ein
förmlicher  Rost  entstand  (Rosthelm).

Die  Topfhelme  kommen  in  der  Heraldik  im  13.,  die  Kübelhelme
  im  14.,  die  Stechhelme  im  15.  und  16.  Jahrhundert