Der  Helm.  91

vor.  Die  Spangenhelme  (praktisch  beim  Turnier  mit  Keulen
oder  Kolben  gebraucht,  daher  auch  Kolbenturnierhelme
genannt)  kommen  erst  um  1420  auf  Wappen  vor,  wurden
aber  späterhin  weitaus  die  allgemeinsten  in  der  Heraldik.
Man  nennt  sie  auch  offene,  die  Stechhelme  geschlossene.

Die  Kübelhelme  gehören  nur  zu  dreieckigen  Schilden,  die
Stechhelme  wohl  auch  auf  dreieckige  Schilde,  insbesondere
aber  auf  die  Tartschen,  weil  diese  mit  den  Stechhelmen
beim  Gestech  gebraucht  wurden;
zu  halbrunden  oder  deutschen
Schilden  eignet  sich  besonders
der  Spangenhelm,  doch  kann
ebenfalls  der  Stechhelm  angewendet
  werden,  nicht  zu  ihnen
paßt  der  Kübelhelm.

Wenn  das  Wappen  eine
Einheit  des  Stiles  haben  soll,
so  muß  die  Helmform  mit  der
des  Schildes  in  Ubereinstimmung
  stehen,  es  soll  daher  nicht
zu  der  im  14.  Jahrhundert
üblichen  Schildform  ein  Helm
des  15.  gewählt  werden  oder
zu  einem  Schilde  der  letztern  Abb.  185.

Periode  ein  Helm  der  erstern.

Der  Helm  soll  wenigstens  zwei  Dritteile  der  Höhe  des
Schildes  bis  zur  Hälfte  derselben  erhalten.  Der  Hals  muß
immer  weit  sein,  da  alle  heraldischen  Helme  nicht  zum  Offnen
waren,  sondern  über  den  Kopf  gestürzt  wurden.

In  der  Regel  hat  der  Helm  die  Farbe  des  polierten
Eisens,  manchmal  mit  Verzierungen  von  Gold  oder  Silber,
besonders  ist  der  Rost  der  Spangenhelme  häufig  vergoldet.
Es  gibt  auch  ganz  goldene  Helme  (in  älterer  Zeit  nur  von
Fürsten  und  dem  hohen  Adel)  oder  silberne.

Das  sogenannte  Halskleinod  ist  ein  münzen=  oder  rosettenförmiges
  Anhängsel  an  einer  Kette  oder  einen  Band  um  den