Der  Helm.  93

sprechende  von  diesem  rechts,  der  dritte  heraldisch  links;  bei
mehreren  wird  die  Abstufung  so  fortgesetzt,  daß  auf  jeden
Helm  rechts  der  entgegensprechende  linke  folgt,  der  äußerste
rechts  und  der  äußerste  links  sind  die  letzten.  Bei  vielfach
zusammengesetzten  Wappen  werden,  um  die  Anzahl  der
Helme  nicht  zu  sehr  zu  vergrößern,  nur  die  wichtigsten  über
den  Schild  gesetzt,  oder  auch  die  Helme  durch  ihre  Zierden
so  ausgestattet,  daß  einer  zwei  oder  mehr  Wappen  vertritt.

Es  ist  irrig,  daß  die  Adelsklassen  sich  durch  die  Zahl  der
Helme  kennzeichnen  (wie  in  der  modernen  Heraldik  öfters
angenommen  wird),  mehrere  Helme  über  einem  Schild  be—
zeichnen  nur  die  einzelnen  in  demselben  vereinigten  Wappen,
deren  jedes  seinen  Helm  mit  seinem  besondern  Schmuck  hat.
Der  Mißbrauch,  der  sich  hier  und  da  in  neuerer  Zeit  festgesetzt
hat,  dem  Ritter  zwei,  dem  Freiherrn  drei,  dem  Grafen  oft
gar  fünf  Helme  auf  den  Wappenschild  zu  setzen,  bloß  zur
Unterscheidung  des  Adelsgrades,  ist  daher  heraldisch  zu  verwerfen.


Die  gewöhnliche  Stellung  eines  einzelnen  Helmes  ist  bei
aufrechtem  Schilde  vorwärts  gekehrt,  bei  gelehntem  Schilde
wird  er  im  Profil  dargestellt,  und  zwar  nach  der  Seite  gewendet,
  nach  welcher  der  Schild  geneigt  ist.  Zwei  Helme
über  einem  Schilde  kehren  das  Profil  einander  zu;  bei
mehreren  gerader  Zahl  wird  eine  Hälfte  (ganz  oder  zum
Teil)  rechts,  die  andere  links  gewendet,  bei  ungerader  Zahl
der  mittelste  vorwärts,  die  anderen  zu  beiden  Seiten  diesem
zugekehrt,  immer  aber  sollen  sie  zusammen  sehen.

Seit  dem  16.  Jahrhundert  hat  sich  die  übung  eingebürgert,
daß  der  beim  Turnier  zur  Schau  ausgestellte  Spangenhelm
(der  offene  Helm)  ausschließlich  Adeligen  zukomme,  während
bürgerliche  Wappen  nur  den  Stechhelm  (geschlossenen
Helm)  haben.  Letzterer  kann  indes  nach  Gutdünken  auch  von
Adeligen  geführt  werden.

Die  neuere  französische  Heraldik  hat  ein  eigenes,  nicht  in
der  echten  alten  Wappenkunst  begründetes  System  für  Form
und  Stellung  der  Helme  nach  dem  Rang,  und  zwar:  Könige