Die  Helmkleinode.  95

Fünftes  Kapitel.
Die  Helmkleinode.

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Die  an  oder  auf  dem  Helme  angebrachte  plastische  (körperhafte)
  heraldische  Figur,  die  dann  erst  denselben  zum
Wappenhelme  stempelt,  heißt  das  Helmkleinod  oder  kurz
Kleinod,  Helmschmuck  oder  Zimier.  Ohne  diesen  Helmschmuck
  gibt  es  keinen  Wappenhelm,  er  gehört  wesentlich
zu  einem  solchen.  Diese  Helmzier  von  körperlichen  Figuren
findet  sich  besonders  in  der  deutschen  Heraldik  sehr  ausgebildet.


Manchma  erscheint  statt  des  ganzen  Wappens,  besonders
auf  Siegeln,  bloß  der  Helm  mit  seinem  Kleinod.

Das  heraldische  Helmkleinod  bildet  wie  der  Schild  mit
seinem  Bilde  einen  wesentlichen  Bestandteil  des  erblichen
Wappens  und  steht  zumeist  in  Zusammenhang  mit  dem
Schilde  und  seinen  Figuren,  sowohl  durch  die  Farben  als
häufig  auch  durch  seine  Form.  Man  muß  von  diesen
Kleinoden,  die  eigentliche  ritterliche  Abzeichen  bilden,  die
bei  den  Turnieren  von  den  Rittern  oft  nur  zum  Scherz
gebrauchten  Zimiere  oder  Helmausschmückung  unterscheiden,
die  der  Laune  unterworfen  waren  und  keine  wappenmäßige
Bedeutung  haben.

Die  Helmkleinode  kamen  mit  den  heraldischen  Helmen
(Topfhelmen)  im  13.  Jahrhundert  auf;  früher  bemalte  man
bisweilen  die  Helme  mit  der  Wappenfigur,  was  der  Ursprung
  der  Kleinode,  die  plastisch  sind  und  auf  den  Helmen
wirklich  getragen  wurden,  anzusehen  ist.  Abb.  187  stellt
einen  Ritter  zu  Pferde  dar,  den  Topfhelm  auf  dem  Kopfe  und
als  Kleinod  zwei  rote  Fische  daran,  während  er  im  grünen
Schilde  zwei  Forellen,  auf  der  ebenfalls  grünen  Fahne  aber
vier  Forellen  führt.  Abb.  188  zeigt  uns  einen  Ritter  in
reichster  heraldischer  Kleidung,  den  Helm  mit  der  Rechten,
den  Schild  mit  der  Linken  haltend.