100  Fünftes  Kapitel.

dem  Scheitelstück  des  Helmes  vor.  Der  Flügel  oder  Halbflug
(Abb.  194  und  195)  steht  oben  auf  dem  Scheitel.

Es  ist  heraldisch  unwesentlich,  ob  der  Flug  ein  offener
oder  geschlossener  ist,  da  dies  ja  nur  durch  die  Stellung  des
Helmes,  ob  dieser  nach  vorne  oder  nach  der  Seite  gewendet
ist,  bedingt  wird.

Die  Form  der  Flügel  ist  mehr  oder  weniger  naturgetreu;
in  älterer  Zeit,  auf  Topshelmen,  strenger  stilisiert  (Abb.  192),
oft  wie  mit  einzelnen  Federn  besteckte  Leisten  oder  Hörner
(Abb.  194),  manchmal  wie  flügelförmige  Bretter,  später  sind
sie  mehr  naturgemäß  (Abb.  193,  196).

Die  Flügel  werden  mit  den  Farben  des  Schildes  bemalt,  oder.
man  bringt  dessen  Figuren  auf  ihnen  an  (Abb.  195);  auch  werden
  sie  mit  Blattstengeln,  Ballen,  Pfauenspiegeln,  Straußenfedern
  usw.  besteckt,  zwischen  ihnen
steht  dann  oft  noch  die  gemeine  Figur
des  Schildes  als  plastisches  Kleinod.

Abb.  194.  Abb.  195.

Die  Schirmbretter  sind  runde  Scheiben  oder  eckige  (meist
sechseckige),  ausgezackte,  fächerartige  Bretter,  die  auf  dem
Helme  aufrecht  stehend  angebracht  werden  und  eigentliche
Hilfskleinode  sind,  auf  denen  die  Schildfiguren  oder  auch  der
ganze  Schild  wiedergegeben  werden  können.  Der  Rand  oder