Die  Helmkleinode.  101

die  Spitzen  sind  gewöhnlich  mit  Knöpfen,  Schellen,  Quasten,
Pfauenspiegeln  oder  dgl.  besteckt,  auch  stehen  sie  manchmal
auf  einem  auf  dem  Helm  ruhenden  Kissen  (Abb.  197).  Sie
eignen  sich  besonders  zu  Darstellung  von  Heroldsbildern.
Bisweilen  nehmen  die  Schirmbretter  die  Form  von
Kissen  an,  die  auf  einer  Kante  oder  Ecke  aufrecht  stehen.
Verwandt  mit  solchen  Kissen  und  wohl  aus  diesen  hervor—
gegangen  ist  der  sogenannte  Beutelstand  (s.  unten).

Abb.  196.

Die  Form  der  Hüte  ist  eine  sehr  verschiedene.  Die  ältere
Form  ist  die  des  niedrigen,  breitkrempigen  Sturmhutes,
meist  mit  abgerundeter  Kappe;  später  kommt  gewöhnlich  der
Stulphut  vor,  eine  hohe,  spitze  Mütze  mit  einem  Umschlag
von  anderer  Farbe.  Der  Stulp  wird  oft  durch  eine  Blattkrone
  (Kronenreif  mit  blattförmigen  Zinken)  ersetzt;  die
Spitze  des  Hutes  zieren  Federbüsche,  Ballen,  Blumen,
Krönlein,  Bänder  und  dgl.  (Abb.  198).  Auch  Bischofsmützen
  kommen  als  Kleinod  vor.

Unheraldisch  sind  die  schlafhauben=  oder  narrenkappenartigen
  Mützen  mit  überhängenden  Zipfeln,  die  auf  modernen
Wappen  bisweilen  zu  sehen  sind.