Die  Helmkleinode.  103

spiegel  gewöhnlich  als  geschlossener,  nach  oben  sich  erweiternder
  Busch,  an  dem  die  Augen  in  mehreren  Reihen  übereinander
  sichtbar  werden,  meistens  kommt  er  aus  einer  Krone
hervor;  die  Farbe  ist  die  natürliche.  Die  Straußenfedern
sind  oben  umgebogen,  symmetrisch  nebeneinander,  fächerartig
ausgebreitet,  in  einen  Kranz  gesetzt  oder  aus  einem  Köcher
hervorragend  (Abb.  199).  Man  gibt  ihnen  in  der  Regel  die
Schildfarben;  eine  einzelne  wird  mit  den  Farben  geteilt,
oder  erhält  die  Metallfarbe  des
Schildes.

Die  Köcher,  gewöhnlich  zylindrische
  Körper,  in  denen  die
Federn  stecken,  sind  sehr  geeignet,
mit  den  Schildfiguren  bemalt  zu
werden  (Abb.  199);  sie  sind  oft
sehr  langgestreckt  und  dünn  wie
Säulen  oder  Stäbe.

Federn  unvermittelt  auf  den
Helm  zu  stecken  ist  weder  schön
noch  gut  heraldisch,  und  sollen  "
diese  wenigstens  aus  der  Helm-  Abb.  199.
krone  hervorgehen.

Die  Fahnen  erscheinen  in  der  Regel  nur  als  kleine
Fähnchen,  meist  mit  viereckigem  Wimpel,  einzeln  oder
mehrere,  die  dann  beiderseits  in  gleicher  Zahl  zur  rechten
und  linken  Seite  geneigt  erscheinen;  durch  die  Farben  werden
sie  auch  mit  dem  Schild  in  Verbindung  gebracht;  sind  sie  mit
Figuren  bemalt,  so  sind  diese  in  der  Regel  gegen  die  Stange
gewendet.

Federn  und  Fahnen  werden  vielfach  zur  Verzierung
anderer  Kleinode  verwendet.

Menschen  und  Tiere  bilden  eine  sehr  beliebte  und  besonders
  schöne  und  interessante  Gattung  des  Helmschmuckes.
Sie  erscheinen  als  plastische  Figuren  auf  der  Spitze  des
Helmes,  gleichsam  aus  ihm  hervorwachsend,  und  zwar  in
viererlei  Art: