110  Sechstes  Kapitel.

(Abb.  209).  Auch  die  Binden  (Zindelbinden)  haben  flatternde
Enden.

3.  Kissen  von  viereckiger  Form,  flach  auf  dem  Helme
liegend,  in  den  Farben  des  Schildes  (Abb.  197),  an  den
Ecken  Quasten.

4.  Die  Helmdecken;  diese  bilden  die  allgemeinste  und
wichtigste  Vermittelung  zwischen  dem  Helm  und  seinem
Kleinod.

Sechstes  Kapitel.
Die  Helmdecken.

Die  Helmdecke  ist  ein  über  den  Helm  gebreitetes  Stück
Zeug,  das  wie  ein  kleines  Mäntelchen  herabhängt.  Sie  hat
in  den  verschiedenen  Jahrhunderten  verschiedene  Formen.

Der  eigentliche  Grund  zur  Anwendung  der  Helmdecken
mag  ursprünglich  wohl  der  gewesen  sein,  die  Hitze  der  auf
das  blanke  Eisen  brennenden  Sonnenstrahlen  zu  mäßigen,
wie  die  Genicktücher  ja  heutzutage  noch  beim  Militär  aus
gleicher  Ursache  angewendet  werden.

Später  mögen  die  Helmdecken  mehr  als  Zierde  gebraucht
worden  sein,  da  sich  ein  lustig  im  Winde  flatterndes  Tuch
über  dem  schweren,  massiven  Helm  beim  Reiten  und
Turnieren  gewiß  sehr  gut  ausnahm.  Auch  verband  ein
solches  den  Helm  mit  dem  Kleinod  oft  in  sehr  zweckmäßiger
Weise  und  verdeckte  die  Ansätze  des  letzteren,  die  Schnüre,
Schrauben  u.  dgl.

Die  Helmdecken  erscheinen  zuerst  im  14.  Jahrhundert  mit
dem  Aufkommen  der  Kübelhelme.  Die  Bänder,  die  man  aus
den  Topfhelmen  des  13.  Jahrhunderts  unten  hervorkommen
sieht,  scheinen  zum  Aufbinden  des  Helmes  (zum  Befestigen
unter  dem  Kinn)  bestimmt  gewesen  zu  sein  und  sind  nicht  als
Helmdecken  anzusehen  (Abb.  192).