Die  heraldischen  Rang-  und  Würdezeichen.  115

griechischer  Hand  gefertigte  Arbeit  des  11.  Jahrhunderts,
der  Bogen  ein  späterer  Zusatz  von  Konrad  IV.  im  13.  Jahrhundert.
  Sie  wird,  nebst  den  anderen  Insignien  der  römischdeutschen
  Kaiserwürde,  in  der  kaiserl.  Schatzkammer  zu  Wien
aufbewahrt.

Der  Reichsapfel  ist  eine  goldene  Kugel  mit  einem  Reifen
um  die  Mitte,  oben  ein  Kreuz,  auf  einer  beiderseits  bis  zum
Querreifen  um  die  Mitte  herablaufenden  Spange.

Abb.  212.

Abb.  213  zeigt  die  Krone  des  gegenwärtigen  deutschen
Kaisers  aus  dem  Hause  Hohenzollern,  Abb.  214  die  der
deutschen  Kaiserin.  Erstere  lehnt  sich  in  ihrer  Form  im
allgemeinen  der  vorerwähnten  Krone  des  römisch-deutschen
Kaiserreiches  an,  weicht  aber  in  den  einzelnen  Teilen  von
jener  ab.

Bis  ins  15.  Jahrhundert  waren  die  königlichen  Kronen
nur  (ähnlich  den  Helmkronen)  mit  Edelsteinen  besetzte  Reifen,
oben  mit  niedrigen  Zinken,  die  in  Blätter,  Lilien  oder  Perlen
endigen;  sie  haben  oft  ein  purpurnes  Futter  oder  vielmehr

8  *