Die  heraldischen  Rang-  und  Würdezeichen.  121

Fürstenhüte  usw.  als  Kleinod  getragen  wurden,  obwohl
dies  selten  und  nicht  sehr  zu  empfehlen  ist,  denn  jedes  ist  für
sich  eine  Kopfbedeckung,  paßt  daher  nicht  gut  zusammen.
Man  soll  immer  entweder  den  Helm  mit  seinem  Kleinod
oder  die  Rangkrone  allein  auf  den  Schild  setzen.

2.  Hüte  und  Mützen.

Die  Hüte  und  Mützen  sind  in  weltliche,  deren  sich  die
Kurfürsten,  Herzöge  und  Fürsten  bedienen,  und  geistliche,
  vom  höhern  Klerus  gebraucht,  einzuteilen.

Herzoge  und  Fürsten  bedienen  sich  oft  auch  der  Kronen.

Die  Herzogs=  und  Fürstenhüte  sind  ursprünglich  purpurne
Mützen  mit  einem  Aufschlag  (Stulp)  von  Hermelin,  der  oben
meist  bogenförmig  oder  zinkenartig  ausgeschnitten  ist.  Später
überwölbte  man  sie  mit  perlenbesetzten  Spangen,  und  zwar
erhielt  der  Kurfürstenhut  meist  fünf  vorne  sichtbare  (im
Runden  acht)  Bügel,  auf  der  Spitze  den  Reichsapfel  statt
des  ursprünglichen  Hermelinschwänzchens  (Abb.  225).  Der
Fürstenhut  hat  gewöhnlich  vier  Bügel,  drei  von  vorne
sichtbar  (Abb.  226).  Herzöge  führen  statt  des  Hermelinbesatzes
  oft  einen  Kronenreif  mit  fünf  sichtbaren  Blattverzierungen
  und  ebensovielen  Bügeln.

Abb.  225.  Abb.  226.  —  —

Die  Mütze  des  Dogen  von  Venedig  (Abb.  227),  eine
phrygische  Mütze  aus  Brokat,  aus  einer  offenen  Krone
hervorgehend  und  mit  perlenbesetztem  Bande  einmal  umwunden.
  Die  russischen  (slawischen)  Knäse,  Kneese,  führen