Die  heraldischen  Rang=  und  Würdezeichen.  127

laufen,  welch  letzteres  aber  gewiß  nicht  dem  Geiste  der  alten
Heroldskunst  entspricht.

Die  älteren,  hervorragenden  Orden  sind:

1.  Der  Johanniter=  oder  Malteserorden,  gegründet
  1090,  ein  silbernes  Malteserkreuz  (Abb.  176),  das
den  Schild  mit  dem  Geschlechtswappen  des  Ritters  quadriert,
oder  demselben  als  Unterlage
dient.

2.  Der  Deutsche  Orden,
1190  gegründet,  ein  schwarzes
(Tatzen-)  Kreuz  mit  silbernen
Rändern;  in  neuerer  Zeit
wird  wieder  das  ursprüngliche
  schwarze,  einfache  Kreuz
geführt.

3.  Der  Orden  vom  goldenen
  Vließe  (Toison  d'or),
gestiftet  von  Philipp  dem
Guten,  Herzog  von  Burgund,
1429,  Dekoration:  ein  goldenes
  Widderfell  an  einer  Kette,  «
deren  Glieder  Feuerstähle  mit  Abb.  232.

Steinen  und  daraus  sprühenden

Junken  bilden  (Abb.  232),  immer  um  den  Schild  gelegt;  das
Ganze  häufig  auf  einem  Andreas-Astkreuz  (burgundischem
Kreuz,  Abb.  180),  da  der  heilige  Andreas  Ordenspatron  ist.
Derzeit  in  Osterreich  und  Spanien.

4.  Der  Schwanenorden  in  Preußen,  gestiftet  1440,
1843  wiederhergestellt,  zeigt  einen  weißen  Schwan  in  einem
zu  einer  Schleife  gewundenen  gelben  Tuche  oder  Bande,
darüber  das  von  einem  Strahlenkranze  umgebene  Bild  der
heiligen  Maria  mit  dem  Jesuskinde.  Die  Kette  besteht  aus
zwei  ein  rotes  Herz  pressenden  goldenen  Sägeblättern
(Abb.  233  und  234).

6.  Der  Orden  des  heiligen  Grabes,  gestiftet  um
1496  von  Papst  Alexander  VI.,  nach  anderen  bedeutend