Die  Belzeichen  oder  Brüche.  141

(Abb.  252,  Orleans);  seine  Farbe  ist  abstechend  von  der  des
Schildes,  ist  jedoch,  wie  alle  Beizeichen,  nicht  an  die  allgemeine
  Regel  von  Metall  und  Farbe  gebunden,  daher  es
auch  farbige  Turnierkragen  auf  farbigen  Feldern  gibt.  Dieses
Beizeichen  wurde  in  Frankreich  gewöhnlich  von  den  jüngeren
Söhnen,  zur  Unterscheidung  ihres  Wappens  von  dem  des
Vaters  und  des  älteren  Bruders,  geführt,  fiel  aber  weg,
wenn  der  jüngere  Sohn  sukzedierte.

In  England  führt  der  älteste  Sohn  den  Turnierkragen
(so  der  Prinz  von  Wales  einen  silbernen  im  Wappenschilde
von  England);  in  Frankreich  führt  das  Haus  Orleans  den

Abb.  251.  Abb.  252.

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Turnierkragen  als  jüngere  Linie  der  Bourbon.  Das  junge
Haus  Anjou  nahm  einen  roten  vierlätzigen  Turnierkragen  in
den  mit  goldenen  Lilien  besäeten  blauen  Schild;  derselbe
wurde  von  vielen  italienischen  Familien  als  Gunst=  und
Erinnerungszeichen  angenommen.

2.  Der  Faden,  ein  schmaler  über  das  Wappen  gezogener
Schrägbalken.  Der  schrägrechts  vom  rechten  Obereck
nach  dem  linken  Untereck  gezogene  Faden  bezeichnet  eine
Neben=  oder  jüngere  Linie  (Abb.  253),  dagegen  der
schräglinks,  vom  hinteren  Obereck  nach  dem  vorderen
Untereck  laufende  die  uneheliche  Geburt,  einen  Bastard
(daher  Bastardfaden  genannnt),  Abb.  254.  Dieser  Faden
wurde  häufig  abgekürzt,  so  daß  nur  ein  kleines  Stück  desselben
  in  der  Mitte  des  Schildes  erscheint,  man  nennt  ihn