Die  Verelnigung  der  Wappen.  147

einem  mehrfach  geteilten  überhöhte  Felder  schaffen  müssen,
für  breitere  (Balken,  Schildhaupt,  gehende  Tiere)  ihn  teilen,
überhaupt  breitere  Plätze  machen.  Denn  es  erfordert  die
Natur  der  Sache,  daß  keine  Figur  verdeckt,  noch  anders
gestellt  werde,  es  soll  jedes  einzelne  Wappenbild  deutlich  zu
erkennen  sein  und  dabei  keinem  Zwang  angetan,  sondern
jedes  so  dargestellt  werden  wie  im  einzelnen  Schilde.

Bei  der  Auflegung  (Einverleibung)  ist  hinsichtlich  der
Farben  noch  zu  bemerken,  daß  die  Tinktur  des  aufgelegten
Bildes  von  der,  auf  die  es  gelegt  wird,  stets  absteche.
Sollen  z.  B.  auf  einen  rot  und  golden  geteilten  Schild  drei
goldene  Lilien  in  Form  eines  Schächerkreuzes  aufgelegt
werden,  so  behalten  die  beiden  oberen  Lilien,  die  ins  rote
Feld  zu  stehen  kommen,  ihre  Tinktur;  die  im  unteren
goldenen  Felde  aber  erhält  die  Farbe  des  obern  Platzes,
nämlich  Rot,  d.  h.  sie  wechselt  mit  ihm  die  Farbe.  Solche
Vereinigungen  mit  verwechselten  Tinkturen  kommen
oft  vor.  Z.  B.  ein  silberner  Adler,  auf  einen  blauen  Schild
mit  silbernen  Balken  aufgelegt,  behält  im  Blauen  seine
Tinkturen,  wechselt  sie  aber  über  den  Balken  mit  der  blauen.

Statt  der  Teilung  der  Figur  durch  Farbenwechsel  wird
sie  auch  als  ganze  in  die  vier  Viertel  des  Schildes  mit
Farbenwechsel  versetzt.  Z.  B.  statt  eines  silbernen  Kreuzes,
einem  rot  und  silbern  geteilten  Schilde  aufgelegt,  das
silbern  und  rot  geteilt  wird  (nämlich  oben  auf  Rot  Silber,
unten  auf  Silber  Rot),  setzt  man  in  jedes  der  beiden  Felder
das  ganze  Kreuz,  in  das  obere  ein  silbernes,  in  das  untere
ein  rotes.

Was  die  Helme  anbelangt,  so  werden  bei  Wappenvereinigungen
  in  einen  Schild  diese  entweder  über  den
Gesamtschild  gesetzt,  oder  man  bringt  auf  einem  Helm  die
Kleinode  zweier  (schwer  mehrerer)  Wappen  an,  oder  endlich
man  wählt  nur  den  Helm  des  Hauptwappens  oder  nur
einiger  der  vorzüglichsten  und  läßt  die  der  untergeordneten  weg.

Seltener  werden  die  vollständigen  Wappen  mit  Helm
oder  Rangkrone  aufgelegt  (z.  B.  im  kaiserlich  österreichischen

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