Elftes  Kapitel.  Von  der  Ordnung  im  Blasonieren.  149

Elftes  Kapitel.
Von  der  Ordnung  im  Blasonieren.

Das  wissenschaftliche  Beschreiben  der  Wappen  nach  den
heraldischen  Grundsätzen  und  Regeln  nennt  man  Blasonieren.
Eine  gute  Blasonierung  soll  kurz,  mit  Anwendung  der
hierzu  am  besten  dienlichen  heraldischen  Kunstausdrücke,
bestimmt  und  so  klar  und  deutlich  sein,  daß  man  eine
richtige  und  vollständige  Vorstellung  des  beschriebenen
Wappens  erhält;  man  soll  dasselbe  nach  der  Beschreibung
zeichnen  können.  Es  muß  dabei  ein  bestimmtes  System
befolgt  werden,  die  Hauptsachen  in  natürlicher  Aufeinanderfolge
  beschrieben,  alles  Unwesentliche  weggelassen  werden.
Von  der  Kunstsprache  (Terminologie)  wurde  im  Verlauf  des
Textes  bei  den  Figuren  usw.  das  Wesentlichste  angeführt.

So  sagt  man  z.  B.  statt:  ein  dreimal  gespaltener  Schild
von  Rot  und  Silber,  mit  Not  beginnend,  bloß:  dreimal  gespalten
  von  Rot  und  Silber  (weil  die  Farbe  rechts  stets  zuerst
  angesprochen  wird).  Das  Selbstverständliche  soll  nicht
erst  besonders  angeführt  werden,  wie  die  normale  Stellung
der  Figuren,  z.  B.  ein  Löwe  zum  Grimmen  geschickt,  oder
ein  Adler  zum  Flug  bereit,  oder  ein  offener,  adeliger,  stahlblau
  angelaufener  Turnierhelm,  sondern  bloß:  ein  Löwe,  ein
Adler,  ein  offener  Helm.

Bei  zusammengesetzten  Wappen  muß  man  sich  vor  allem
die  Anordnung,  den  Plan  des  zu  blasonierenden  Wappens  klarmachen.
  Es  wird  mit  den  vornehmeren  Wappen  angefangen,
und  je  nachdem  diese  im  Mittel=  oder  im  Hauptschild  rechts
oben  stehen,  wird  mit  ersterem  oder  letzterem  begonnen.  In
der  Regel  beginnt  der  Mittelschild  auf  der  Herzstelle.

Die  Wappen  des  Rückenschildes  sind  reihenweise,
pfahlweise  oder  klassenweise  angeordnet.  Bei  der
ersten  Anordnung  fängt  man  bei  der  obersten  Reihe  rechts
an  und  geht  reihenweise  so  fort;  seltener  ist  die  Stellung