Zwölftes  Kapitel.  Die  Heraldik  in  verschiedenen  Ländern.  151

oben,  bei  der  Schrägteilung  im  rechten  Oberwinkel  steht.
(Viele  Beispiele  s.  oben  bei  den  Heroldsbildern.)  Sind
mehrere  Wappenbilder  vorhanden,  so  fängt  man  mit  den
Hauptbildern  an.  (Die  wichtigsten  Kunstausdrücke  s.  oben.)

Nach  B  eschreibung  des  Schildes  geht  man  auf  das

00  Sech-  cder  Spangenhelm,  d.  i.  geschlossener  oder  offener,
was  übrigens  auch  nicht  immer  notwendig  ist,  da  es  ja  doch
gleichgültig  ist,  ob  der  Helm  ein  Stech=  oder  Spangenhelm
sei,  da  sich  dies  zumeist  nach  dem  Stile,  in  dem  das  Wappen
zur  Darstellung  gelangt,  richtet)  mit  seiner  Decke  und  deren
Farben  und  dem  Helmkleinod,  oder  die  Rangkrone,  Hut  usw.
Hierauf  die  Prachtstücke:  die  Schildhalter,  Stand=  oder
Würdezeichen  hinter  dem  Schild,  Ordensdekorationen,
Wappenzelt  und  Devise  unter  dem  Schild  oder  um  denselben.

Zwölftes  Kapitel.

Andeutung  über  die  Eigentümlichkeit  der  Heraldik
in  den  verschiedenen  Ländern.

jedem  der  größeren  Länder,  in  denen  das  Ritterwesen
  blühte,  in  Deutschland,  Frankreich,  England,  Italien,
Spanien,  Portugal,  bildete  sich  schon  in  alter  Zeit  bei
Übereinstimmung  der  Grundzüge  und  Gleichheit  im  allgemeinen
  ein  eigentümliches  Gepräge  der  Wappen  aus,  eine
Vorliebe  für  gewisse  Arten  der  Schildbemalung,  des  Helmschmuckes
  usw.  in  ähnlicher  Weise,  wie  die  mittelalterlichen
Baustile,  obwohl  in  allen  christlichen  Ländern  im  allgemeinen
gleich,  doch  im  Detail  eine  lokale  Färbung  und  gewisse
Eigentümlichkeiten  in  den  verschiedenen  Ländern  zeigen.
Dieser  nationale  Charakter  der  Wappen,  der  mit  der  gesamten
  Anschauungsweise,  Geschmacksrichtung,  den  tief  ein-