Ich  habe  die  Ehre,  diese  Urkunde  dem  Herrn  Presidenten  zu  überreichen.  —  Nach  diesen  Worten  schließt
der  Präsident  Dr.  Kaͤmpf  die  Sitzung  mit  folgenden  Worten:
Meine  Herren!  Nach  diesen  Worten  des  Herrn  Reichskanzlers  bleibt  uns  nur  übrig,  nochmals  zu  betonen,
daß  das  deutsche  Volk  einig  ist  bis  auf  den  letzten  Mann,  zu  siegen  oder  zu  sterben  auf  dem  Schlachtfelde  für
die  deutsche  Ehre  und  für  die  deutsche  Einheit.  Wir  trennen  uns  mit  dem  Rufe:  Seine  Majestät,  der
Deutsche  Kaiser,  Volk  und  Vaterland  leben  hoch,  hoch,  hoch!
Dann  noch  ein  herzliches  Abschiednehmen,  von  einigen  vielleicht  auf  immer.  —

Der  kommandierende  General  des  9.  Armeekorps  bestimmt,  daß  von  jetzt  ab  alle  Wirtschaften,  Kaffees
und  Vergnügungelokale  in  Hamburg-Altona  und  Wandsbek  um  11  Uhr  abends  zu  schließen  haben.

Hamburgische  Kriegshilfe.

Zur  Linderung  der  durch  den  Krieg  bervorgerufenen  Not,  insbesondere  in  den  Familien,  deren  Ernährer
dem  Rufe  des  Vaterlandes  hat  folgen  müssen,  und  für  des  Vaterlandes  Ehre  und  Freiheit  dem  Feinde  gegenübersteht,
  hat  sich  aus  allen  Kreisen  der  Bevölkerung  unter  dem  Ehrenvorsitz  der  Bürgermeister  und  des  Vorstandes
  der  Bürgerschaft  die  Hamburgische  Kriegshilfe  gebildet.  Es  sind  bis  jetzt  22  Bezirke,  die  Zentrale  ist:
Hamburgische  Gesellschaft  für  Wohltätigkeit,  A  B  C  Straße  47.

Hans  politisiert.

Aus  allen  Teilen  Deutschlands  kommen  Nachrichten  über  ausgedehnteste  Kriegshilfe  für  die  Angehörigen
der  Kriegsteilnehmer.  —  Wir  sehen  ernsten  Zeiten  entgegen,  wir  wissen  aber  auch,  daß  nichts  versäumt  wird,
um  jeder  Not  vorzubeugen.  Vertrauensvoll  dürfen  wir  unsern  Führern  uns  anvertrauen,  denn  sie  stehen  alle
in  Gottes  Hand.  Die  Sache  ist  eine  gerechte  und  wird  Gott  auch  den  Sieg  unseren  Waffen  verleihen.

Welche  Ruhe  und  intensive  Überlegung  herrscht  bei  unserm  Kaiser.  Starke  Nerven  zeigte  er  von  der  ersten
Stunde  der  Gefahr  an.  Als  der  österreichische  Thronfolger  mit  seiner  hohen  Gemahlin  von  mörderischer  Bubenhand
  am  28.  Juni  1914  zu  Serajewo  ermordet  worden  ist,  der  Thronfolger  war  ein  treuer  guter  Freund  unsers
Deutschen  Kaisers,  da  wußte  unser  Kaiser,  daß  Deutschland  einer  schweren  Zeit  entgegengehen  werde.  Daß
diese  Zeit  schon  so  frühe  folgen  würde,  hat  er  wohl  nicht  geahnt,  aber  er  war  geistig  gewaffnet  gegen  das  schlimmste,
was  da  kommen  konnte.  Daß  Österreich-Ungarn  sich  den  Mord  nicht  so  vorübergehend  gefallen  lassen  konnte,
das  wird  wohl  jeder  gerecht  denkende  Mensch  begreifen.  So  stellte  Öösterreich  denn  den  Serben,  als  den  Mörder
des  Thronfolgerpaares  blutige  Bedingungen,  welche  Serbien  nicht  annahm.  Das  hatte  den  Krieg  zur  Folge.
Derselbe  sollte  auf  Serbien  lokalisiert  bleiben  und  nur  ein  privater  Krieg  sein  zur  Züchtigung  der  serbischen
Mörder.  —  Nun  aber  bewies  Rußland,  daß  auch  es  an  dem  Fürstenmorde  beteiligt  war  und  mobilisierte  gegen
Deutschland.  Natürlich  mobilisierte  nun  auch  Frankreich  gegen  Deutschland  und  nun  erst  mobilisierte  Deutschland
  und  mit  ungeahnter  Force  und  Ruhe  erfolgten  die  Einberufungen  und  ehe  wir  und  versahen,  waren  die
russischen  und  französischen  Grenzen  mit  ungezählten  Truppen  besetzt.  Auch  seinem  englischen  Vetter,  König
Georg  konnte  der  Kaiser  so  wenig  als  seinem  russischen  Vetter,  dem  Zaren  Nikolaus  recht  trauen.  Er
war  auf  der  Lauer  und  hatte  sich  nicht  getäuscht.  England  erklärte  Deutschland  den  Krieg  am  4.  August  1914.
Mit  Rube  nahm  Kaiser  Wilhelm  auch  diese  Kunde  entgegen.  Er  weiß,  daß  seine  Flotte,  für  die  er  in  so  manchen
Debatten  eintreten  mußte,  daß  sie  vergrößert  und  verbessert  werde,  —  nicht  versage.  Wir  haben  heute  eine  Flotte,
die  geachtet  und  hochgeehrt  auch  bei  unseren  Feinden  ist.  Unsere  Armee  ruft  seine  Manen  vom  17.  bis  zum
39.  (sc.  45.)  Lebensjahre  und  tausende  von  Freiwilligen,  die  über  die  Jahre  hinaus  sind,  haben  sich  jetzt  schon
gestellt.  —  In  Leipzig  woren  es  gestern  schon  12000    Freiwillige.  Nur  Sachsen.  Wie  viele  werden  es  erst  sein
aus  dem  gesamten  Deutschland.  Darum  können  wir  getrost  auf  unsere  Armee  uns  verlassen.  Der  Haß  gegen
den  angestammten  Erbfeind  und  seine  beiden  Verbündeten  (Allierten)  wurde  durch  die  vielen  Spione  und
und  Flieger,  welche  unsere  deutschen  Gauen  schon  vor  offizieller  Kriegserklärung  ausspioniert  hatten,  auf  den
Siedepunkt  gebracht.  —  Allenthalben  hören  wir  von  unseren  binausziehenden  Kriegern:  Denen  wollen  wir
aber  das  Fell  verklopfen.  —