und  Zigarren,  ich  leerte  auch  mein  Zigarrenetui  und  ließ  es  hinaufreichen.  Alles  wurde  dankend  angenommen.
Unter  Hoch  und  Hurra  nebst  Rufen  Auf  Wiedersehen!  fuhr  dann  der  Zug  weiter.  Der  Marktverkehr  in  Hamburg
  wor  heute  ein  so  reger,  wie  wir  ihn  selten  gesehen  haben.

Es  wurde  in  den  hiesigen  Hamburger  und  in  Schifferzeitungen  nachstehender  Aufruf  erlassen:

Große  Lücken  reißt  der  Krieg  auch  in  das  wirtschaftliche  Leben  der  Binnenschiffer.  Schon  seit  Jahren  lag
das  Frachtgeschäft  danieder,  wie  noch  nie,  und  viele  Schiffseigner  konnten  kaum  das  Nötigste  verdienen.    Und
immer  hoffte  man  auf  bessere  Zeiten,  um  sich  wirtschaftlich  wieder  emporzuarbeiten.  Es  ging  aber  immer  abwärts.
  Und  nun  der  Krieg  mit  allen  seinen  Kümmernissen,  Nöten  und  Tränen.

Gerade  unsere  Binnenschiffahrt  ist  durch  die  Mobilmachung  mehr  wie  jeder  andere  Stand  schwer  getroffen
worden.  Der  Prozentsatz  der  Einberufenen  ist  größer  als  anderswo.  Die  Schiffseigner,  Dampferbesitzer,  ihre
Söhne  und  ihr  Personal  sind  durchweg  zur  Marine,  zu  den  Pionieren  und  auch  zur  Infanterie  —  das  Maschinenpersonal
  aller  Dienstgrade  zur  Marine  einberufen  worden.  Durch  die  seit  Jahren  verhängten  Vorschriften  für
die  Schiffseigner  von  seiten  der  königlichen  Wasserbauämter  wegen  voller  Mannschaftsbesetzung  der  Kähne  ist
es  unmöglich,  einen  belangreichen  Verkehr  auf  den  Wasserstraßen  noch  aufrechtzuhalten.  Die  Not  tritt  daher
auch  an  die  Zurückgebliebenen  der  zu  den  Fahnen  Einberufenen  schwer  heran.  Schon  heute  befindet  sich  auf  den
meisten  Kähnen,  welche  wochenweise  leer  stehen,  kein  Geld  mehr,  um  die  Lebensmittel  einzukaufen.

Gedenket  daher  auch  derjenigen,  deren  Ernährer,  Vater,  Sohn,  Bruder  und  Bräutigam  mit  seinem  Personal
dem  Rufe  seines  Königs  folgend,  um  die  Ehre  des  Vaterlandes,  um  den  heimatlichen  Herd  vor  dem  Feinde
zu  schützen,  hinauszog  und  seine  Lieben  in  Sorgen,  Kummer  und  Nöten  zurückließ.  Sie  liegen  draußen  auf
den  Wasserstraßen  in  ihren  Kähnen  und  sind  eher  als  alle  andere  der  Vergessenheit  ihrer  wohltätigen  Menschen
ausgesetzt,  als  diejenigen,  welche  in  Städten  und  Dörfern  wohnen.  Der  Vorsitzende  des  Neuen  Hanseatischen
Schifferverbandes  von  1913  zu  Hamburg  nimmt  Gaben  für  die  bedrängten  Zurückgebliebenen  gegen  Quittungserteilung
  öffentlich  entgegen  und  erteilt  allen  Angehörigen  von  Schiffseignern,  auch  Nichtmitgliedern,  unentgeltlich
  Rat  und  Auskunft  in  allen  Angelegenheiten.  Der  Vorsitzende  kennt  die  Verhältnisse  der  Binnenschiffer
aus  jahrelanger  Erfahrung  genau  und  wird  auch  dafür  sorgen,  daß  die  Gaben  nur  an  Bedürftige  gelangen.
Bericht  hierüber  wird  erstattet.  Auch  die  kleinsten  Gaben  nimmt  mit  tausendfachem  Vergelts  Gott  entgegen.

Hamburg,  9.  August.

Kriegsjahr  1914.

11.  August.

Die  Engländer  haben  die  Hauptstadt  von  Togo,  Lome,  besetzt,  während  sich  die  kleine  Polizeitruppe  und
die  wehrfähigen  Weißen  mit  dem  stellvertretenden  Gouverneur  zum  Schutze  wichtiger  Punkte  in  das  Hinterland
  begeben  hatten.

Amtlich  wird  bestätlgt,  daß  bei  Lüttich  40  belgische  Gefangene  bei  der  Besetzung  von  Lüttich  gemacht
worden  sind.

Der  Aufruf  für  Binnenschiffer  war  in  sämtlichen  Hamburger  Zeitungen  aufgenommen,
Der  Erfolg  ist  zwar  bis  heute  noch  nicht  groß.  63,02  Mark  und  eine  große  Landwurst
sind  das  Resultat.  Das  beschossene  Libau  mit  gesprengtem  Hafen  und  führerlos  herumtreibenden  Fahrzeugen
  bietet  einen  traurigen  Anblick  dar.

Deutscher  Sieg  im  Oberelsaft.  Das  7.  französische  Armeekorps  und  eine  Infanteriedivision  haben
sich  bis  in  die  Nähe  Mülhausens  von  Belfort  herausgewagt,  sind  aber  unter  großen  Verlusten  zurückgeschlagen
worden.  Drei  im  Grenzschutz  von  Eydtkuhnen  stehende  Kompagnien,  unterstützt  burch  beraneilende  Feldartillerie
  warfen  die  über  Romeiken  auf  Schleuben  vorgehende  dritte  russische  Kavalleriedivision  über  die
Grenze  zurück.

11.  August.
In  Miechow  überfielen  800  galizische  Jungschützen  unter  Hauptmann  Frank  1000  meist  schlafende

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