Norweger  und  Schweden  in  Hamburg  sammeln  für  das  Rote  Kreuz  und  haben  ein  Telegramm  an
Kaiser  Wilhelm  gesandt,  worin  sie  den  Dank  aussprechen  für  jahrelangen  heimatlichen  Schutz  in  deutschen  Landen.
Dänemark  erklärt  seine  ganze  Neutralität.

14.  August.

Der  österreichische    Postdampfer  Baron  Gautsch  ist  bei  Lussin  Grande  auf  ber  Reise  nach  Triest  mit  300  Mann
gesunken,  wovon  150  gerettet  wurden.

In  Finnland  herrscht  große  Not  um  die  Lebensmittel.

In  Rußland  und  England  sickert  es  immer  mehr  durch,  daß  Kaiser  Wilhelm  deren  Pläne  zu  einem
vereinigten  englischen-französischen-russischen  Überfall  über  Deutschland  vereitelt  hatte.  Der  Kaiser  läßt  den
Truppen  in  Oberelsaß  für  den  Sieg  seinen  kaiserlichen  Dank  aussprechen.

Kriegsgefangene  sind  in  Stuttgart  800  eingebracht,  worunter  500  Verwundete.

In  Straßburg  wurden  unter  Jubel  und  Beifall  vier  eroberte  französische  Creuzot-Geschütze,  Modell
99,  0,9—2,75  Lauf,  vor  dem  Kaiser-Palast  aufgestellt.

In  Belgien  sind  zwei  französische  Regimenter  angekommen.

In  Aachen  wurden  zwei  von  den  Deutschen  eroberte  Fahnen  eingebracht.

Spanien  hat  seine  strikte  Neutralität  abgegeben.

In  Berlin  ist  eine  Hilfsbank  mit  100  Millionen  Mark  begründet  worden.

Kaiser  Wilhelm  hat,  wie  alljährlich  der  Domkirche  in  Drontheim  in  Norwegen  1000  Kronen  zugehen
lassen.

Die  Reichstagsabgeordneten  Wittin  Marienwerder,  64  Jahre  alt,  und  Dr.  Pfeiffer  und  Dr.
Trendel  in  Regensburg  sind  als  Kriegsfreiwillige  eingetreten.

Die  Hamburgische  Behörde  hat  die  Einstellung  von  weiblichen  Straßenbahnschaffnern  verboten.

Die  Sammlung  für  die  Binnenschiffer  ist  bis  auf  168,02  Mark  gestiegen.

Das  Rote  Kreuz  in  Hamburg  macht  bekannt,  daß  wegen  Überflusses  an  Samariterinnen
  bis  auf  weiteres  keine  Damen  mehr  angenommen  werden  können.

Die  Österreichisch-ungarischen  Truppen  rückten  an  mehreren  Punkten  in  Serbien  ein  und  werfen  die  dortigen
Streitkräfte  siegreich  zurück.  Schabatz  ist  in  ihrem  Besitz.

Zwischen  Türkei,  Rumänien  und  Bulgarien  ist  ein  erfreuliches  Verhältnis  gegen  Rußland  entstanden.


Der  Wachdienst  in  Hamburg  soll  von  Mitglierern  der  Schützen-  und  sonstiger  militärischer  sowie
Bürgervereine  ausgeübt  werden.

Die  Großherzogin  von  Luxemburg  hat  den  Kommandeur  der  deutschen  Truppen  in  Luxemburg
  in  Audienz  empfangen.

 

15.  August.

Durch  kaiserliche  Verordnung  ist  nunmehr  auch  bei  den  bislang  nicht  betroffenen  Armeekorps  das  Aufgebot
des  gesamten  Landsturmes  1.  und  2.  Aufgebotes  erfolgt.

Die  Österreicher  besetzen  Kielcy  westlich  von  Krakau.

In  Petersburg  wurde  der  österreichisch  -ungarische  Vizekonsul  Hoffing,  welcher  zum  Schutz  des  diplomatischen
  Archivs  in  Petersburg  zurückgeblieben  war,  und  für  dessen  Sicherbeit  das  russische  Auswärtige  Amt
ausdrücklich  garantiert  hatte,  als  Kriegsgefangener  verhaftet.  Der  von  der  amerikanischen  Botschaft  eingelegte
Protest  blieb  ohne  Erfolg.  

Rußland  verlangt  von  der  Türkei  Durchfahrt  durch  die  Dardanellen,  wird  aber  wohl  kein  Glück  damit
haben.

Das  erste  Eiserne  Kreuz  1914  erhielt  der  württembergische  Hauptmann  im  Großen  Generalstabe,  Herm.
Geyer,  der  beim  Sturm  auf  Lüttich  teilnahm.