Die  Sammlung  für  das  Rote  Kreuz  beträgt  bie  heute      1139357,—  Mark  und  80  Pfg.  Die  für  die  Hamburgische
  Kriegshilfe    748513,12  Mark.

Kaiser  Wilhelm  hat  heute  in  der  Richtung  Mainz  Berlin  verlassen  und  begibt  sich  zum  Heere.  Zur  Erledigung
  der  Rechtsgeschäfte  ist  der  Reichskanzler  von  Bethmann  Hollweg  ernannt.  Zur  Erledigung  von  Regierungsgeschäften
  im  Bereiche  der  Staatsverwaltung  ist  der  Staatsminister  Dr.  Delbrück  bestellt  worden.

Auf  dem  Schlachtfelde  gefallen  sind  u.  a.  als  ersies  Mitglied  eines  regierenden  Hauses  in  Deutschland,
der  Prinz  Friedrich  Wilhelm  zu  Lippe.  Ferner  der  Dr.  Ing.  Friedr.  Erb,  Sohn  des  berühmten  Heibelberger
Klinikers  Wirkl.  Geh.  Rat  Professor  Dr.  Erb.

Auch  in  München  sind  schon  Verwundete  eingetroffen.

Serben  und  Montenegriner  sind  von  den  österreichisch-ungarischen  Truppen  zurückgeworfen  worden.
Sie  versuchten,  in  österrrichisches  Gebiet  einzufallen.

Die  Russen  haben  sich  von  Finnland  gänzlich  zurückgezogen  und  haben  vorber  alles  niedergebrannt.

Der  Kaiser  erließ  heute  eine  Amnestie  für  Fremdenlegionäre.

Die  Desertionen  der  Russen  nehmen  immer  größere  Dimensionen  an.

Japan  hat  mit  England  einen  Bündnisvertrag,  nach  welchem  Japan  erst  Deutschland  angreifen  darf,
wenn  Deutschland  englische  ober  japanische  Interessen  verletze.

17.  August.

Nach  der  Einnahme  von  Lüttich  machte  die  deutsche  Regierung  der  belgischen  Regierung  das  Angebot,
Deutschland  sei  jetzt  noch  zu  jedem  Abkommen  mit  Belgien  bereit,  das  sich  mit  dem  Kampfe  gegen  Frankreich
  vereinigen  lasse.  Belgien  sollte  geräumt  werden,  sobalb  die  Kriegslage  dies  gestatte.

Die  belgische  Regierung  hat  in  ablehnendem  Sinne  geantwortet.

Österreich-Ungarn  geht  an  der  Drina  siegreich  vor.

General  French,  der  englische  Oberkommandeur  ist  im  französischen  Hauptquartier  eingetroffen.

Der  englische  Torpedobootszerstörer  Bullfinch  ist  mit  dem  holländischen  Dampfer  Zuiderdijk  zusammengestoßen
  und  sofort  gesunken  (in  der  Nordsee).

Cetinje.  Die  montenegrinischen  Truppen  kämpfen  seit  zwei  Tagen  bei  dem  Berge  Lisanic  gegen  zahlreiche
österreichische  Streitkräfte.  Das  10.  österreichische  Armeekorps  greift  Montenegro  an  der  Westgrenze  an.  Das
15.  österreichische  Armeekorps  marschiert  auf  der  Linie  Tschainitzki  Gatsko.  Die  österreichische  Flotte  bombardiert
die  montenegrinische  Stellung  auf  Lovcen.  Russische  Heeresmassen,  ein  Regiment  Jäger,  ein  Regiment  Ulanen
und  mehrere  Batterien  Artillerie  rückten  in  der  Gegend  von  Milna  in  das  galizische  Gebiet  ein  und  kamen  bis
zur  Stadt  Jaloziek.  Die  Kompagnie  Landwehr,  die  die  Grenze  bewachte,  mußte  bis  nach  Olejow  zurückweichen.
Österreichische  Grenzwächter  kamen  dann  der  Landwehr  zu  Hilfe  und  drängten  die  russischen  Stellungen  zurück
und  flohen  die  Russen  dann  in  panikartiger  Zerstreuung  über  die  Grenze  zurück.

Der  Kaiser  und  die  Kaiserin  von  Rußland  sind  mit  dem  Großfürsten  Thronfolger  und  den  kaiserlichen
Töchtern  nach  Moskau  abgereist.

Die  Großherzogin  von  Hessen  bat,  nachdem  der  Großherzog  zu  seinem  Heere  auf  das  Schlachtfeld
gezogen,  die  Regierung  übernommen.

Der  Großherzog  von  Mecklenburg-Schwerin  hat,  bevor  er  zu  seinen  Truppen  auf  das  Schlachtfeld
gezogen,  einen  Aufruf  an  sein  Volk  erlassen  mit  dem  Schlusse:  Gott  segne  unser  Mecklenburg  und  das  ganze
deutsche  Volk.

Erst  heute  dringen  genaueste  Berichte  über  die  Einnahme  von  Lüttich,  die  Beschießung  und  die  Übergabe
an  bie  Öffentlichkeit.

Warnung  gegen  Tollkühnheit  und  Unvorsichtigkeit  an  unsere  Kämpfer.  Anderthalb  feindliche  Armeekorps
sind  bei  Mülhausen  in  das  Ober-Elsaß  eingedrungen.  Unsere  dort  noch  nicht  vollzählig  gesammelten  Truppen
griffen  an  und  warfen  den  Feind  wieder  nach  Belfort  zurück.  Zwei  Festungsbatoillone  aus  Straßburg  erlitten

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